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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Die Leistungsfähigkeit hat sich demnach in den letzten Jahrzehnten bedeutendgehoben. Koks wird auf diesen Gruben nicht produziert, wohl aber werden Stein-kohlenbrikets hergestellt. Außer vorstehenden Gruben mögen noch die erwähnt werden,die keinen Betrieb mehr haben, wie „ver. Hollenberg und Darmstadt" (RepräsentantKarl Nedelmann), welche früher der Herrschaft gehörte, 1879 stillgelegt wurde undsolche, die nur aus verliehenen Feldern bestehen, wie Blücher, Adam, Wiesengrundund andere. Im Jahre 1905, als die geplante Beschränkung der Felderfreiheit zurGewißheit wurde, erwarben die bedeutendsten Mitglieder des Kohlensyndikats 250außerhalb unseres Bezirkes gelegene Grubenberechtsamen und gründeten hierfürdie „Rheinisch-Westfälische Bergwerks-Gesellschaft" mit dem Sitze inMülheim, an der Mülheimer Interessenten stark beteiligt sind.

An fremdländischen Arbeitern waren 1905 beschäftigt:Öst.-Ung. Holl. Ital. Russen Belgier

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Aus der vorstehenden geschichtlichen Entwicklung ersehen wir, wie wechsel-voll der hiesige Bergbau gewesen, wie in früheren Zeiten Zechen entstanden undwieder eingegangen sind, wie andere wieder dem Schicksale Jahrhunderte langTrotz geboten und bis auf den heutigen Tag sich erhalten haben; daneben müssenwir auch die Zubußfreudigkeit der Gewerken in den vielen schlechten Zeitenbewundern, und das Festhalten an dem Gedanken, daß der Kohlenbergbau natur-notwendig dermaleinst eine bedeutende Rolle spielen werde. Mülheimer Gewerkenwaren überall im ganzen Kohlenreviere bekannt und beteiligt, so z. B. besaß undbesitzt die Familie Stinnes zum weitaus größten Teile die sogenannten Stinnes-Zechen im Essener Bezirk: Victoria Mathias, Mathias Stinnes, Friedrich Ernestine,Graf Beust und Carolus Magnus; Kannengießer besaß zuletzt die alte und bedeutendeZeche Sälzer-Neuak, die er später an Krupp verkaufte, andere waren dominierendauf Carolinenglück bei Bochum (Bergbau-Aktien-Gesellschaft Glückauf), viele hattenzerstreuten Besitz bezw. Anteile (Kuxe), und der „Wilde Mann" (Mannes Witthaus,Schwanenstraße), das Hotel Middendorf & Zulast weiß von manch schöner, feucht-fröhlicher Gewerkenversammlung zu erzählen.

„Schlägel und .Eisen", diese Wahrzeichen gelten seit alters gewissermaßenals Wappen der Bergleute, weshalb dieselben auch als Schmuck z. B. für Fahnen,Mützen etc. benutzt werden. Der Schlägel ist das Fäustel oder der Hammer, dasEisen der Spitzkeil oder das Bergeisen. Die Bergleute hatten im allgemeinenviele Vorrechte, sie gründeten Knappenvereine und haben bis auf den heutigenTag eigene Uniformen, Fahnen und Musik. Manches frohe Fest ist gefeiert worden.Auch das Verhältnis zwischen Gewerken und Knappen war ein patriarchales.

Die Knappenvereine hatten auch die Unterstützung ihrer Mitglieder zumZweck; auf den größeren Gruben erhob außerdem der Steiger von jedem Taler Verdiensteinen Stüber und zahlte daraus den Kranken einen Schichtlohn. Seit 1814 bestandenkleinere Kassen, bis durch Kabinettsordre vom 26. Oktober 1842 eine einheitliche

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