1867: Alstaden 2664764 Scheffel
Roland 2525055
ver. Seilerbeck 2337837
Humboldt 1611071
Rosenblumendelle 1598600
ver. Wiesche 1482 308
Broicher Erbstollen ______ 649
zusammen 12220284 Scheffelgegen 17 Millionen Tonnen in ganz Preußen.
Infolge des die Schranken des Hergebrachten durchbrechenden Aufschwungs,welchen die Großindustrie und das Eisenbahnwesen zu Anfang der 50 er Jahrenahmen, ging die Novellengesetzgebung dazu über, auch den heimischen Bergbauvon hemmenden Fesseln der Gesetzgebung und Verwaltung vor und nach frei zumachen. Am 1. Oktober 1865 trat das auch heute noch maßgebende „AllgemeineBerggesetz für die Preußischen Staaten" vom 24. Juni desselben Jahres inGeltung. Darnach erstreckt sich die bergpolizeiliche Aufsicht nur auf die Sicherheitder Baue, des Lebens und der Gesundheit der Arbeiter, den Schutz der Erdoberflächeund den Schutz gegen gemeinschädliche Einwirkungen. Die Betriebsbeamten, Steiger,Aufseher etc. werden von den Unternehmern angestellt, dieselben müssen aber vonder Bergbehörde bestätigt werden. Im Übrigen ist der Betrieb des Bergbaues frei,ebenso die Verwaltung desselben. Die Verleihungsurkunden lauteten : „Auf die Mutungvom . . . wird dem N. N. das Eigentum des Bergwerkes ... in der Gemeinde etc.mit einer Größe von . . . zur Gewinnung der in diesem Felde vorkommenden . , .nach Vorschrift des Allgem. Bergges. vom 24. Juni 1865 hierdurch verliehen." Diebisherige Mutungsfreiheit ist indessen durch die neueste Gesetzgebung vom 18. Juni 1907aufgehoben, was aber für Mülheim, in dessen Bezirk alles in Frage kommende Terrainverliehen ist, kaum von Bedeutung sein dürfte. Die hiesigen Zechen gehören zuden Bergrevieren Süd-Essen und Oberhausen, Oberbergamtsbezirk Dortmund. DieBergbehörden sind der Revierbeamte, das Oberbergamt, im gleichen Range mit derRegierung, und der Handelsminister.
Im weiteren beschränken wir uns auf den Landkreis Mülheim; Concordiafällt also aus. Vorausschicken wollen wir noch, daß der Transport in den Grubenin früherer Zeit lediglich auf Menschenhände angewiesen war; dann kam der Pferde-transport, wozu die hiesige Firma Becker hauptsächlich früher und heute noch dasPferdematerial stellte; neuerdings finden teilweise Benzinmotore Anwendung.
1. Seilerbeck, Roland und Caroline. Die Zeche ver. Sellerbeck, eineder besten und ältesten Gruben, welche 1841 das große Quantum von 1280182Scheffel Kohlen förderte, ging 1889 ganz in den Alleinbesitz der Firma GebrüderKannengießer über und ist kurz nach dem Übergange dieser Firma an dieHarpener Bergbau-Actien-Gesellschaft zu Dortmund, 1904/5, stillgelegt worden.Die beiden Schächte Carnall und Müller waren seit 1860 durch eine Lokomotivbahnverbunden, welche quer über die Aktienstraße führte, seit längerer Zeit aber nichtmehr besteht. Sellerbeck hat auch einen Teil der seit 1817 stilliegenden ZecheCaroline erworben, welche durch Ankauf des übrigen Teiles seitens der HarpenerBergbau-Gesellschaft jetzt ganz zu dieser gehört. — Roland, 1901 an Louis Kannen-gießer und von diesem an Harpen übergegangen, ist noch in Betrieb und hat Bahn-anschluß nach Oberhausen. Der langjährige bedeutsame Rechtsstreit mit Carolineist bekannt. Auf Roland beträgt die größte Teufe 450 m.
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