geordnet, für den Landdebiet der Verkauf gegen bare Zahlung ohne Vorrecht derGewerken festgesetzt, während für den Ruhrabsatz noch die Naturalverteilung derKohlen bestehen blieb; vom 1. Januar 1843 ab wurde die Prüfung der Gruben-rechnungen vorgenommen. Die Gewerkschaften aber protestierten energisch gegendie Versuche, die Kohlenpreisregulierung und die bergamtliche Leitung des Betriebesund Haushaltes auch hier einzuführen. Die Sache wurde erst 1845 zur Zufriedenheiterledigt, als der Minister erklärt hatte, in den Haushalt der Gruben solle nicht mehreingegriffen werden, als das in Aussicht genommene Allgemeine Berggesetz beab-sichtige. Die infolge des Jahres 1848 erlassenen Gesetze von 1851 gaben denGewerkschaften den Haushalt und den Betrieb wieder vollständig in die Hand.
Bis dahin waren außer den Zechen Oberhäuersbänksgen (1842—1849) undver. Hollenberg & Darmstadt (1846—51) nur die Gruben ver. Wiesche und ver.Sellerbeck in Betrieb gewesen. Letztere war 1814 durch Konsolidation des größtenTeiles der alten Sellerbecker Werke (Kiek, Kieksbänksgen, Voß, Kieks Trotz, Rad-stube, Radstubentrotz, Oberhäuersbänksgen, Cronenberger Adit und Steinkuhle)entstanden, welche schon 1811 die Genehmigung zur Anlage einer Dampfmaschinebei dem fürstl. Berggericht nachgesucht und „von Bergverwaltungswegen" (!) erhaltenhatten. Die Zeche ver. Sellerbeck begann 1816 ihre erste Tiefbauanlage, 1824 diezweite, sowie 1834 eine dritte (Schacht Müller) und ersetzte 1839 den Schiebewegzur Ruhr durch eine Pferdeeisenbahn, an welche sich später auch Wiesche anschloß.Den Anschluß an die Rheinische Bahn erhielt Wiesche erst 1881. — Nachdem bereits1841 das jetzt zu Roland gehörige Feld Emanuel erbohrt war, erbohrte 1847 dieseZeche ihr 2. Feld und begann einen Schacht abzuteufen, gleichzeitig mit der ZecheConcordia bei Oberhausen, welche ebenfalls 1847 ein Feld im Mülheimschen erbohrthatte. Concordia, im Jahre 1850 als Aktiengesellschaft gegründet, wurde 1877 ineine Gewerkschaft umgewandelt und ist seit 1890 wieder Aktiengesellschaft. BeideGruben schlössen sich an die Köln-Mindener Bahn an, ebenso wie die 1854/55begonnene Zeche Alstaden und der Schacht Carnall der Zeche ver. Sellerbeck.Außerdem wurde 1855 derTiefbau von Rosenblumendelle und 1856 der von Hammelsbeck(seit 1865 mit mehreren Essen'schen Zechen unter „Humboldt" konsolidiert) begonnen,welche beide ihren Anschluß an die Bergisch-Märkische Bahn herstellten. 1866klagten die Grundbesitzer von Heißen, daß sämtliche Brunnen durch den Bau vonRosendelle trocken gelegt würden. — Die aus den Feldern Diepenbeck, Beringrathund Preußische Hoheit gebildete „Gewerkschaft Verein" wurde 1856 in eine „BergbauAktiengesellschaft Verein" umgewandelt, bestand aber nicht lange und ging schließlichan Wiesche über. Letztere wurde 1856 in eine Aktiengesellschaft „Broicher Berg-werksaktien-Verein" mit einem Kapital von 700000 Tlr. umgewandelt, bald daraufaber wieder in die Gewerkschaftsform zurückgeführt. Außer den 7 Tiefbauzechenver. Sellerbeck, ver. Wiesche, Concordia II, Roland, Alstaden, ver. Rosenblumendelle,Hammelsbeck (Humboldt) förderte 1866 der 1862 gemutete Broicher Erbstollen, welcherden 1857 ins landesherrliche Freie verfallenen Wiescher Erbstollen wieder aufnahm,noch 18758 Scheffel Steinkohlen.
Kohlenförderung:
18131817183618541866
573000 Scheffel, 10 Gruben, 375 Arbeiter,524998 „ 8 „ 378
1482820 „ 2 „ 543 „
2920919 „ 3 „ 930
11488 277 „ 8 „ 3236
237