Werdenschen Bergamte kräftig unterstützt. Die Bergbehörden wiesen auch auf den imMülheimschen umgehenden Raubbau hin; es seien dort zu viele Zechen und überhauptein in jeder Beziehung ungezügelter Bergbau, sodaß es dringend notwendig erscheine,dieselben in bergamtliche Verwaltung zu nehmen und mit den übrigen Revierengleichzustellen. Darauf erschien denn d. d. 19. Januar 1813 ein Dekret, durch welchesdie in Mülheim verladenen Kohlen dem progressiven Ruhrschiffahrtstarife unterworfen,die Gruben dem Bergamte zu Essen und allen dort geltenden Gesetzen unterstellt,und das Zehntrecht aufgehoben wurde. Vergebens protestierte die Fürstin; es wurdenoch im März desselben Jahres die sofortige Absendung von Essenschen Berg-beamten angeordnet, um den Mülheimer Bergbau zu untersuchen und in Verwaltungzu nehmen. Nach Rückgabe des Zehnten April 1813 hörte aber sofort die bergamtlicheVerwaltung wieder auf, und der hiesige Bergbau trat ganz in die Verhältnisse vorder französischen Zeit zurück. Aus dieser kurzen Zeit der bergamtlichen Verwaltungerfahren wir, daß 10 Gruben im Betrieb standen, unter denen jedoch nur Wiesche,Rosendelle und Caroline von Bedeutung waren. Diese hielten aus 22—35 LachterTeufe vermittels Feuermaschinen das Wasser und förderten mit Pferdegöpeln. AuchCleflappen, welche früher mit einer Roßkunst gesumpft hatte, stellte 1813 eineFeuermaschine auf. Die übrigen Gruben förderten mit Haspeln und nahmen meistens nurdie über den Stollen noch anstehenden Pfeilerreste weg; die Zeche Kinderberg hieltmittels Handpumpen die Gesenke froh. Den Bergbau leiteten die Gebrüder Dinnen-dahl, nämlich Franz auf Caroline, Johann Dinnendahl (mit 600 Tlr. Gehalt) aufWiesche und Rosendelle, während der 1807 von der Fürstin mit 40 Stüber täglichemGehalte — das aber noch die Gewerkschaften bezahlen mußten — angestellte Ober-schichtmeister Glebsattel das Rechnungswesen besorgte. Der Betrieb war nach derAnsicht der Essen'schen Beamten sehr schlecht: ein Grubenbild existierte bloß aufRosendelle,, die Stollen waren sämtlich verbrochen und ließen nur in seltenen Fällennoch Wasser durch, sodaß manche Grube dadurch zum Ersaufen gekommen war.Die Natural Verteilung der Kohlen unter die Gewerken auf der Halde bestand fort;der Landdebit betrug 1813 nur ca. 500 Ringel täglich, während ca. 1800 Ringelgefördert wurden. Das Maß für die Kohlen war auf der Grube für Stücke einBerggang = 275—280 Pfd., für Grus eine Berge, etwas mehr als l 1 / 2 Ringel; in denRuhranlagen hielt für Stücke ein Ruhrgang = 146 Pfd., für Grus ein Ruhrfaß, beinahe2 Ringel; eine Ruhrkarre wurde zu 16 Ruhrfaß = 30 Ringel gerechnet. AlsLängenmaß brauchte man auf den Gruben sogenannte Faden == 6 Fuß Cölnisch.Der Preis der Kohlen betrug auf der Halde für Stücke 16—26 Stüber, für Grusmit Brocken 6—9 Stüber ins Land und 2—6 Stüber zur Ruhr pro Ringel; dieSchiebelöhne von da in die Ruhrmagazine waren nach der Entfernung der Gruben5—9 Stüber pro Ringel. Die Arbeiterzahl stellte sich 1813 einschließlich Grubenbeamteauf 378 Mann, von denen 151 auf Wiesche, 117 auf Rosendelle, 36 auf Caroline, 38 aufHolthauser Bänksgen und die übrigen 36 auf Cronenberger Adit, Voß, Kinderberg,Thiesgracht, Diepenbeck (Verein) und Blumendelle beschäftigt waren.
Von den in den Jahren 1813—15 bearbeiteten Tiefbauzechen hat sich nurWiesche bis jetzt fortdauernd in Betrieb erhalten; Rosendelle ersoff 1815 durchAnhauen alter Gesenke, Cleflappen stellte, nachdem es von 1812—1819 eine Zu-buße von angeblich 140000 Tlr. gebaut hatte, seiner schlechten Verhältnissewegen den Betrieb ein; Caroline, auf Grund einer Konzession von 1810 auf diealten verlassenen Husstädter Werke von Klewitz in Bau genommen und von einerpotenten, zum größten Teil aus Fremden bestehenden Gewerkschaft, der u. a. der
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