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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Bedeutung bei einem näheren Eingehen auf die Entwicklung des wichtigsten undmit dem Kohlenhandel aufs engste zusammenhängenden Zweiges des alten MülheimerWirtschaftslebens, der Ruhrschiffahrt.

Mit der zunehmenden Nachfrage nach Kohlen hatte sich auch die Ruhr-schiffahrt entwickelt. Als älteste Nachrichten über eine Benutzung der Ruhr alsSchiffahrtsweg gelten die Urkunden Kaiser Konrads II. vom 28. April 1033 und Konrads III.vom 17. Oktober 1147, deren erste der Abtei Werden das Recht der Beschiffungder Ruhr von Ruhrort bis zum Kloster verlieh, und deren zweite dieses Schiffahrts-recht gegebenenfalls auch für die Flußstrecke oberhalb Werdens anerkannte. Inwelchem Umfange diese Schiffahrt betrieben wurde, und wie lange der Verkehr bestandenhat, wissen wir nicht. Doch da die Ruhr oberhalb Mülheims mit zahlreichen Schlachten(Wehren) besetzt war die ersten Schlachten finden wir in Broich und weiterhinauf am Kahlenberg; sie waren schon 1414 vorhandenso liegt die Vermutungnahe, daß die Schiffahrt in dieser Zeit von keiner größeren Bedeutung gewesen seinkann. Ein bergischer Regierungskommissar sagt im Jahre 1772, daß die Ruhrvonihrem Ursprung bis nach Mülheim hin mit Last- und Transportschiffen niemal beladengewesen . . .; dergleichen Schiffen hätten sich zwarn jeweilen einige Privaten zurverbringung ihrer hausesnotwendigkeiten an holtz und stein, oder ihrer fruchten zurKettwiger Müle, auch wohl einiger kolen etc. bedient, dieses seye aber selten im Jahregeschehen, und solchem nach wäre gewiß, daß mehrgemelte Ruhr von ihrem Ursprungbis an Mülheim zur zeit niemal schiffbar gewesen. Von mehrgemelten Mülheimhabe dahingegen die nemliche Ruhr vor hundert und meren Jahren her last-schiffebis nach Duisburg getragen, wo dieselbe in Rhein sich ergieße, und auf diesenseyen die kolen und geris verschiffet worden. Keinen anderen Weg hätten dieMülheimer Kaufleute bis anher zu ihrem Kohlendebit einhalten können, dessen müßtensie sich für künftige zeiten ferner bedienen." Wohl heißt es in einer anderen Notiz,daß 1754 ein Werdener Unterthan namens Schöller seit 2 Jahren auf Rechnung derMülheimer Kohlenhändler Kohlen auf der Ruhr von Kettwig bis Mülheim schafft,sonst sei aber zwischen Kettwig und Mülheim nur alle 1020 Jahre einmal einSchiffchen auf der Ruhr erschienen." Es ist aber nicht anzunehmen, daß es sichhier um nennenswerte Quantitäten gehandelt hat. Dagegen steht fest, daß vonMülheim abwärts die Schiffahrt seit langem betrieben worden ist, und die Mülheimerden Kohlenhandel zunächst ganz allein in den Händen hatten, infolgedessen sieauch eine Konkurrenz auf der oberen Ruhr abzuwehren oder zu erschweren alleUrsache gehabt haben werden. Da der Kohlenbergbau schon seit dem 15. Jahrh.hier betrieben wurde, und der Absatz sich bald nicht mehr auf die nächste^Umgebungbeschränkte, so ist auf diese Zeit auch die eigentliche Mülheimer Schiffahrt, fürwelche fast nur Kohlen in Betracht kamen, zurückzuführen; sie erstreckte sich bisweit hinaus auf den Rhein. Da die. Mülheimer Kohlen im wesentlichen mager sind,und die Förderung wohl auch für den blühenden Handel nicht ausreichte, so hattendie hiesigen Kohlenhändler seit jener Zeit, einen großen Teil der Fettkohlengrubenbei Essen an sich gebracht und betrieben ihren Handel fast ohne Konkurrenz. DieKohlen wurden auf Schiebewegen zur Ruhr gefahren und hier zum Teil gemischt.Gegen 1750 schlössen die Mülheimer Kohlenhändler einen Ring und erhöhten inkurzer Zeit den Preis für 100 Gang Kohlen ä 144150 u von 2728 Taler bis auf45 Taler, was in den Kreisen der Konsumenten große Aufregung verursachte; dieCleverseufzten unter dem Monopol der Mülheimer wie unter einer feindlichenContribution."

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