und ihnen dadurch die Wasser von der Radstube, womit sie den „Pompschacht"betrieben, wegnähmen. Später wurde hier eine Roßkunst aufgestellt.
Im Jahre 1750 reichte auf Tutenbank die „Pferdekunst" zur Wasserhaltungnicht mehr aus, und man wollte den Scheidtbach zur Anlegung einer Wasserkunstbenutzen. Da dies jedoch das Stift Essen nicht gestattete, so gab das Berggerichtdie Genehmigung zur Benutzung des Hammelsbaches. Diese maschinellen Mittelzur Wasserhaltung konnten natürlich nur in seltenen Fällen angewandt werden, dieRegel war die Wasserhaltung mit Handpumpen.
Die geförderten Kohlen wurden, soweit sie nicht im Landdebit am Schachteverkauft wurden, auf der Grube in natura unter die Gewerken verteilt und dannzur Ruhr abgefahren; gegen 1716 scheint dies mit Karren und Pferdetreiberngeschehen zu sein, seit 1750 finden sich Schiebewege erwähnt. Die Löhne betrugen1750 für den Hauer 16 Stüber, für den Schichtmeister, dessen Kerbstock eine Rollespielt, 14 Stüber, für den Schlepper 10 Stüber täglich. — 1791 erscheinen auf demBroicher Schlosse die Schichtmeister von 18 Zechen, um vereidigt zu werden. EinGeschworenen-Bericht nennt 1796 nur 7 Gruben als im Mülheim'schen in Förderungstehend, nämlich Dimbeck, Freudenberg, Holthauser Bänksgen, Thiesgracht, Steinkuhle,Corinthenkuhle und Blumendelle; dagegen werden vom fürstlichen Rat Arnoldi1800—1806 wieder 27 Zechen genannt, die hier abwechselnd im Betrieb standen;dieselben sollen in dieser Zeit mit 10049 Tlr. 9 8 /i Stüber Verlust abgeschlossen haben.
c) Handel und Schiffahrt.
Wie der Bergbau, so wurde auch der Kohlenhandel, begünstigt durch diehier stets schiffbare Ruhr und die Nähe des Rheins, in Mülheim seit langem betrieben.Duisburg bezieht 1588 von Mülheim Kohlen. 1599 heißt es in den RheinbergerZollrechnungen, daß Steinkohlen von der Ruhr hinuntergefahren sind. Als ersteKohlenhändler findet man 1588 Joh. Borcharts, 1630 Joh. Hofstatt. Diesem Kohlen-handel verdankt Mülheim sein Aufblühen. 1677 erklären die Kohlenhändler GerhardReikes, Theis Kalthof und Heinrich Mellinghoff dem reformierten Kirchenvorstandhierselbst, daß, „weil vorgekommen wäre, daß von ihrem Handel den Armen nichtszu Gute komme, sie von jeder Karre Kohlen, die sie ausfahren, den Armen einOertchen, den vierten Teil von einem Stüfer, geben, sie auch bei denen Schiffern,denen sie liefern, solches zu procurieren suchen, oder selbst dafür stehen wollen,auch Anderen darin vorgehen, daß sie folgen möchten." Zu Anfang des 18. Jahrhundertstreiben in Mülheim Kohlenhandel Hermann Mellinghoff, Arnd Brink und Lohmann;1750 erscheint auch Krabb als Inhaber eines Kohlenplatzes. Im Jahre 1787 findenwir anläßlich eines Zusammenschlusses sämtlicher Kohlenhändler gegen die Unredlichkeitder Nachenknechte folgende Unterschriften : „Ericus Scheidtman, Heinrich Mellinghoff,Hermann Mellinghoff, Gebrüder Mühlenbeck, Hermann Schmitz, Wittib Georg Krabb.Wittib Joh. Wilh. Holverscheit, Gerhardt Mühlenbeck, Johann Kaldenhoven, NahmensWilh. Hendr. Speck, a Ordenbach, Johann Falkenburg, Heinrich Mühlenbeck, JohannPeter Schmitz, Johann Schmitz, Hermann Scholl, Hermann Falkenburg, Johann Heckhoff,Com. Borgemeister Nahmens v. Elsbruck & Compagnie sodann auch NahmensSimon Pelzer, Conrad Lohmann, Fried. Rüthnick, Johann von Eicken, Jacob Schnitzler &Compagnie, Hermann Buchloh, Nahmens Gebrüder Borgemeister, Wilhelmus Endeman &Compagnie, Wittib Georg Kalthoff."
Schon aus der großen Zahl dieser Kohlenhändler können wir schließen, daßder Kohlenhandel damals recht in Blüte war. Vor allem aber erkennen wir seine
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