Druckschrift 
Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
Seite
219
Einzelbild herunterladen
 

sich mit besonderem Eifer die Ausbildung der jungen Mädchen angelegen sein. Erstnach lOjähriger Tätigkeit machte er dem Rektor der höheren Mädchenschule zuMinden i. W., L. Finsterbusch, Platz. Finsterbusch ist der eigentliche Organisatorder Töchterschule, er hat sie 4klassig ohne Vorstufe übernommen, die Trennungvon der Schwesteranstalt durchgeführt und sie als 9klassige Schule mit 1 Parallel-klasse seinem Nachfolger, dem jetzt noch im Amte befindlichen Direktor Meyer überliefert.

Prorektoren der höheren Töchterschule: 1. Dr. K. Q. Andresen (185863)z. Z. Prof. a. d. Universität Bonn; 2. Prof. Dr. O. Natorp (186373) f 99 in Mülheimals Gymnasialprofessor; 3. L. Finsterbusch (187384) Emeritus hier.

Direktoren der höheren Töchterschule: 1. L. Finsterbusch (189499) siehe oben;2. Ed. Meyer (1899 bis jetzt).

Die Prinzipien bei der Verteilung des Unterrichts an die verschiedenen Lehr-personen sowie im allgemeinen bei der Anstellung neuer Kräfte sind im Laufe derZeit sehr verschieden gewesen. In den Jahren der Verbindung beider Schulgattungenwaren an den Töchterschulklassen neben Lehrerinnen und Lehrern mit Elementar-und Mittelschulbildung und außer dem akademisch gebildeten Prorektor auch nochsonstige akademisch gebildete Lehrer, besonders in fremden Sprachen, Geschichte,Erdkunde und Naturkunde auf den oberen Klassen tätig. Diese Lehrkräfte warenja disponibel und wurden bereitwilligst verwandt. Nach der Trennung aber ändertesich das Bild vollständig. Außer dem Direktor zunächst kein Akademiker, keinMittelschullehrer und in der nächsten Zeit gar ein solcher Mangel auch an Lehrerinnen,daß bei längeren Erkrankungen Kandidatinnen einmal auch eine Selektanerinfür einige Stunden zur Stellvertretung verwendet werden mußten. Erst 1890 kamder erste Mittelschullehrer, 1891 der erste akademische Oberlehrer, dem dann 1899ein weiterer, 1902 der dritte und 1906 der vierte folgte. So hat die Anstalt heuteaußer dem Direktor 4 akademisch gebildete Oberlehrer, 2 für Mittelschulen geprüfteLehrer, 6 für höhere Mädchenschulen geprüfte Lehrerinnen und 2 für höhere Mädchen-schulen geprüfte Zeichen-, Handarbeits- und Turnlehrerinnen.

Frequenz der Anstalt in den letzten 50 Jahren.

Schulj.

Evang.

Kathol.

Isr. Einh. Ausw

Zus.

Schulj.

Evang. Kathol

Isr.

Einh.

Ausw.

Zus.

1858

61

2

53 10

63

1888

143 27

21

163

28

191

1863

70

4

5 60 19

79

1893

154 48

27

183

46

229

1868

95

7

2 80 24

104

1898

194 34

28

199

57

256

1873

93

8

2 76 27

103

1903

283 44

33

298

62

360

1878

108

20

2 91 41

132

1907

353 65

25

426

17*

443

1883

80

10

5 76 19

95

Haushaltungspläne

in den letzten 30 Jahren.

Etat

Schulgeld

städt. Zuschuss

1878 = 9479 Mk.

6270 Mk.

2814 Mk.

1883 = 12525

i)

6560

5965

n

1888 = 16775

»

11560

5215

n

1893 = 24000

»

16060

7940

M

1898 = 30300

»

22400

7900

»

1903 = 60200

»

37800

22400

»

1907 == 70000

5)

4

3200

26000

7)

Die innere Entwicklung der Schule hat im großen und ganzen keinen ab-sonderlichen Lauf genommen. Die langjährige Verbindung mit der höheren Knaben-schule hat ihr, was den Unterricht selbst anbetrifft, nicht geschadet, indem akademisch

*) Der scheinbare Rückgang der Auswärtigen ist auf Eingemeindung von Styruin, Speidorfund Saarn zurückzuführen.

219 28*