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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
Seite
217
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das 16. Lebensjahr wurde 1894 mit ministerieller Genehmigung zuWahlfreienKursen" umgestaltet, war, aber nur von besonders gut beanlagten Jahrgängen besucht.Erst 1899 gelang es, statt dieser eine 10. (erste) Klasse zu errichten, die zuerstschwach besucht war, aber jetzt gut besucht ist, so daß die Schule somit auch dieweiteste Entwicklung bietet, wie sie heute für höhere Mädchenschulen verlangt wird.Der außerordentliche Zudrang, das rapide Wachsen der Schülerinnenzahl erfordertenimmer neue Parallelklassen, deren jetzt 5 vorhanden sind.

Die Schule stand bis 1852 unter ihrem Leiter Kerlen in keinem anderen Ver-hältnisse zur Staatsbehörde wie jede Privatschule noch heute, d. h. die staatlichenAufsichtsorgane hatten nur darüber zu wachen, daß die Schüler und Schülerinnendasjenige Mindestmaß von Kenntnissen erwarben, was auf der öffentlichen Volks-schule geboten wurde. Erst mit dem Dienstantritt des Rektors Gallenkamp (1852) erfüllteauch die Anstalt die Ansprüche, die man an eine höhere Schule stellen durfte.Sie ging später zum Ressort des Königlichen Provinzialschulkollegiums über. Währendaber die höheren Knabenschulen dieser Aufsichtsbehörde noch heute unterstehen, istseit 1884 die Töchterschule wieder der Königlichen Regierung zu Düsseldorf unterstellt.

Die Stadtgemeinde übt die ihr zustehenden Verwaltungs- und Aufsichtsrechtedurch ein Kuratorium aus, welches aus 6 Mitgliedern besteht und zwar dem Bürger-meister, bezw. dem ihn vertretenden Beigeordneten, dem Direktor der Anstalt, zweiMitgliedern der Stadtverordnetenversammlung und zwei Bürgern der Stadt. EinKuratorium hatte die Schule schon unter Kerlen, den Vorsitz führte damals PastorKeller, ein Mann, der wohl als geistiger Urheber der hiesigen höheren städtischenSchulen zu betrachten ist. (Vgl. den vorigen Abschnitt). Viele verdienstvolle Männerwaren unter den Kuratoriums-Mitgliedern. Es sei hier nur auf zwei hingewiesen. Dereine von ihnen ist der leider zu früh verstorbene Oberbürgermeister C. v. Bockund Polach. Bald 25 Jahre war er Vorsitzender, und vornehmlich ihm war es zudanken, daß der höheren Mädchenschule ohne Zögern und ohne kleinliche Bedenkenschließlich alles gegeben wurde, was sie auf die Höhe der Zeit stellte. Unter seinerFührung ist das Kuratorium einig und überzeugend für die Schule eingetreten, undeine Freude war es zu sehen, mit welchen Erfolgen diese Bemühungen gekröntwurden. Darüber geben diese Blätter deutlichen Aufschluß. Der andere war dererst kürzlich verstorbene Beigeordnete Max Itzenplitz. Mülheims Bürgerschaftschätzte und ehrte den feinen, kenntnisreichen Mann, der in wahrem humanen Geistesich das Wohl seiner Mitbürger angelegen sein ließ. Ihm folgte man auch, wenner für die höhere Mädchenschule eintrat. Und das tat er immer. Dank und An-erkennung den Entschlafenen, deren Gedächtnis mit der Luisenschule für alleZeiten ehrend verknüpft sein wird!

LEKTIONSPLÄNE.

Schuljahr 1838/1839 (einklassig).

1. Religion ............. 2

2. Deutsch.............. 4

3. Französisch............ 2

4. Geschichte............ 2

5. Erdkunde............. 2

6. Rechnen ............. 2

7. Naturbeschreibung......... 1

8. Schreiben............. 2

9. Zeichnen............. 1

10. Gesang.............. 1

Schuljahr 1859/1860 (dreiklassig).

1. Religion.........

2. Deutsch.........

3. Französisch.......

4. Geschichte und Erdkunde .

5. Rechnen.........

6. Naturbeschreibung ....

7. Schreiben........

8. Zeichnen.........

9. Handarbeit.....- . . .

Summa 19 St.

Summe

1

24643

2

2

in 2 Abt.6 St.

27 26 26

217

28