ihres Bestehens eintreten. Mögen die Anstalten wie bisher bleiben eine Pflanzstättedeutscher Zucht und Sitte, deutschen Fleißes und Strebens, deutscher Königstreueund Vaterlandsliebe bis in die fernsten Zeiten.
b) Die Luisenschule (städt. höhere Mädchenschule).
Bis zum Jahre 1838 wurden in Mülheim diejenigen jungen Mädchen, welcheeine höhere Bildung als die von der Volksschule gewährte haben wollten, privatimin den Wohnungen der Lehrer unterrichtet. Erst im Januar 1838, nachdem für dieneugegründete höhere Knabenschule das Schulgebäude in der Jackenstraße errichtetund genügend Platz vorhanden war, gründete man auch eine höhere Mädchenklasse,die im oberen Stockwerk untergebracht wurde. Der Zuspruch war ein geringer, siewurde daher am 21. Dezember 1843 wieder aufgelöst. Am 1. Juli 1845 wurde sie indemselben Lokale von neuem eröffnet. — Schon Herbst 1853 war die höhere Knaben-schule 5 klassig geworden, so daß die Töchterschule in ein Mietlokal am Notweg 36verlegt werden mußte, wo im Vorder- und Hinterhause 3 Klassen eingerichtet wurden.Auch die gemeinsame Vorklasse fand hier Platz, und 1855 wurde gar Zeichensaal undBibliothek der Realschule im Oberstock untergebracht. — Dieser Mißstand wurdebeseitigt, als durch den Neubau der höheren Knabenschule das Schulgebäude in derJackenstraße ganz für die höhere Töchterschule frei wurde. Auch der Prorektorerhielt oben im Gebäude Dienstwohnung.
Selbstverständlich konnte bei dem Wachsen der Anstalt auch dieser Zustandnicht andauern. 1878 mußte man eine Klasse ausmieten und im Gebäude an derRuhr- und Schollenstraßen-Ecke unterbringen; im Jahre 1879 wurde die Dienstwohnungdes Prorektors aufgehoben, mit einem Kostenaufwande von 10000 Mk. das Schul-gebäude in der Jackenstraße verändert und ganz dem Schulbetrieb übergeben. Zu
gleicher Zeit wurde die neue gemeinsameVorschule in dem v. Velsenschen Hausein der Wallstraße untergebracht, nachdemdie schon lange bestehende v. VelsenschePrivatschule ihr Ende erreicht hatte. — Sotrat ein Stillstand im Lokalwechsel biszum Jahre 1890 ein. Dann wurde vonden Stadtverordneten wiederum wegenRaummangels ein Neubau an der Adolf-straße beschlossen, der Ostern 1892 be-zogen werden konnte. Auch dieser schöneBau mußte schon 1899 durch einen Anbauvon 6 Klassen und nochmals 1906 durchden Ausbau des Dachgeschosses fürPhysikzimmer, Zeichensaal und 2 Klassen erweitert werden. Neben 16 Klassen-zimmern sind jetzt für Zeichen-, Gesang- und Physik-Unterricht besondere Räumevorhanden und mit der Neuzeit entsprechenden Einrichtungen versehen. Turn-halle und Festsaal schließen sich an die Korridore an, welche bei schlechtemWetter den Schülerinnen reichlich Platz zum Aufenthalte bieten. Kaum brauchterwähnt zu werden, daß auch die übrigen Nebenräume, wie Direktor-, Lehrer-,
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