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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Weise vermehrt hat. Die Berechtigungen dieser sogenannten Reformschulen sinddieselben wie die der Lateinschulen alten Stils. Ob der Oberbau der neuen Reform-schule ein Gymnasium oder ein Realgymnasium werden sollte, darüber hatte sichdie Stadt die Entscheidung bis nach Errichtung der Untersekunda vorbehalten. Wiesehr diese Umwandlung den Wünschen und Bedürfnissen von Stadt und Umgegendentsprach, zeigte der ganz ungewöhnlich starke Andrang zur Anstalt. Die Zahl derSchüler stieg bis zum Schuljahr 1904 auf 960 mit 4 Sexten, 4 Quinten, 3 Quarten,4 Unter- und ebensoviel Obertertien. So ist die Anstalt jetzt die größte der Provinz,eine der umfangreichsten des ganzen Staates. Dem in den letzten Jahren immerfühlbarer gewordenen Platzmangel wurde im Laufe des Jahres 1904 dadurch abgeholfen,daß man das Klassengebäude des Saalbaues um ein Stockwerk erhöht hat. Dadurchwurden 4 neue Klassenräume gewonnen.

Nachdem sich so herausgestellt hatte, daß eine Anstalt unter keinen Umständenmehr ausreichte, wurden Verhandlungen mit der Staatsbehörde eingeleitet auf derGrundlage, daß der Staat das Gymnasium in seine Verwaltung übernimmt, wogegensich die Stadt verpflichtet, die Realschule zu einer Oberreals:hule auszubauen. Diemit der Staatsbehörde angeknüpften Verhandlungen führten zu einem günstigenAbschlüsse. Durch Verfügung vom 17. Juni 1906 erklärte der Herr Minister seineGeneigtheit, dem Wunsche der Stadt entsprechend bei Trennung der jetzt vereinigtenAnstalten das Gymnasium zu verstaatlichen. Die Stadt müsse aber außer der Hergabeeines geeigneten Grundstückes auch das Gymnasialgebäude selbst nebst allem Zubehörund der inneren Einrichtung bereitstellen. Daneben müsse sie einen dauerndenZuschuß von jährlich 15000 Mk. für das Gymnasium übernehmen. Am 9. Oktober 1906teilte der Herr Minister dann mit, daß er, dem Wunsche der Stadt entsprechend, nachBedarf Doppelklassen bei dem vom Staate zu übernehmenden Gymnasium einzurichtenbereit sei, sofern die Stadt das Schulgebäude nebst innerer Einrichtung in einemdie Aufnahme von Doppelklassen gestattenden Umfange bereitstelle und im Falleeiner Teilung auch der oberen Klassen (von Obersekunda an) den zu übernehmendenZuschuß um 5000 Mk. erhöhe. Am 15. Februar 1907 wurde auf Grund dieserUnterlagen zwischen dem Königl. Provinzial-Schulkollegium und dem Herrn Ober-bürgermeister ein entsprechender Vertrag abgeschlossen. Die Ausführung des Bauesist danach in Angriff zu nehmen, sobald die ministerielle Genehmigung des Bauprojekteserteilt ist, und spätestens 2 l /n Jahre darauf zu Ende zu bringen. Als Bauplatz wirdein etwa 5560 a großer Platz im Schnittpunkte der zu verlängernden Gustav- undAdolfstraße in Aussicht genommen. Dem in der Verhandlungsschrift ausgesprochenenWunsche, das Gymnasium in seiner jetzigen Einrichtnug als Reformanstalt mitgemeinsamem Unterbau bis einschließlich Obertertia zu belassen, sodann nach demVorbilde der Leibniz-Schule in Hannover, entsprechend einem bereits zu den Aktendes Provinzial-Schulkollegiums überreichten Plane, die Untersekunda in eine griechischeund in eine englische Abteilung zu sondern und diese Teilung dann auch bis Oberprimadurchzuführen, hat der Herr Minister bereits Rechnung getragen, indem er durchErlaß vom 26. September 1907 genehmigte, daß die hiesige in die Verwaltung desStaates übergehende höhere Lehranstalt als Gymnasium und Realgymnasium nachFrankfurter System ausgebaut wird. Die Übergabe der Reformanstalt an den Staatwird voraussichtlich Ostern 1910 möglich sein und damit zu diesem Zeitpunkte auchder Ausbau der verbleibenden städtischen Realschule zu einer Oberrealschule beginnen.Unsere Stadt wird nach Durchführung der ganzen Abmachung mit einer vortrefflichgegliederten Organisation ihres höheren Unterrichtswesens in das zweite Jahrhundert

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