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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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botschaft, wie bei der Vorbereitung auf den Friedensgottesdienst wurden die Schülerauf die ernsten Aufgaben der Zukunft hingewiesen. Auch in den folgenden Jahrenwurde der vaterländischen Fest- und Ehrentage in geziemender Weise gedacht.

Am 7. Juli 1877 feierte die Anstalt ihr 25jähriges Bestehen durch einenöffentlichen Schulaktus.

Direktor Gruhl folgte mit Schluß des Sommersemesters 1878 einem an ihnergangenen Rufe zur Übernahme der Realschule erster Ordnung in Barmen. SeinNachfolger wurde der Prorektor und erste Oberlehrer des Gymnasiums zu Höxter,Dr. O. Henke, der aber erst Ostern 1879 sein Amt antreten konnte.

In den Anfang der achtziger Jahre fallen nichtendende Verhandlungen innerhalbder städtischen Behörden einerseits und zwischen diesen und den Staatsbehördenandererseits. Erstrebt und wiederholt beantragt wurde vor allem die Loslösung derTöchterschule von ihrer unnatürlichen, vielfach hemmenden Verbindung mit derRealschule, ferner die Verlegung der Fortbildungsschule aus den Unterrichtsräumender Realschule in eine Volksschule, Herabminderung der Schulgeldsätze, Ausbaudes Realgymnasialgebäudes (Aula und 4 Klassenräume), Bewilligung eines Staats-zuschusses, zuletzt in der Höhe von 10000 Mark, zur Durchführung dieser Reorganisation.Alle diese Projekte scheiterten mit dem zuletzt aufgeführten. Wohl erklärte sich dasKönigliche Provinzial-Schulkollegium schließlich durch Reskript vom 29. Juli bereit, denAnträgen näher zu treten, beanstandete nur die Höhe des erbetenen Zuschusses undverlangte eine Anzahl den Antrag ergänzender Übersichten, da aber faßte das Kura-torium den Beschluß, die ganze Verhandlung fallen zu lassen, weil man mit wenigerals 10000 Mark nicht glaube die wünschenswerten Reformen durchführen zu können.

Auch die Errichtung einer Vorschule, zunächst einer solchenmit gemischtenGeschlechtern" wurde jetzt beschlossen. Das Königliche Provinzial-Schulkollegiumkonnte dieselbe freilich nicht als eine den gesetzlichen Erfordernissen entsprechendeVorschule anerkennen, gestattete dem Direktor aberin Hinsicht auf die in Aussichtstehende Reorganisation" die Leitung derselben. Die Schule wurde am 1. Mai 1880in dem gemieteten Velsen'schen Lokale eröffnet mit 1 Lehrer und 1 Lehrerin. Siezählte im ersten Jahre 60, im zweiten 75, im dritten 100 Schüler und Schülerinnen.

Im Jahre 1882 wurde die Anstalt nach der Unterrichts- und Prüfungsordnungvom 31. März und 27. Mai 1882 als Realgymnasium reorganisiert, und im Anschlußdaran eine eingehende, teilweise zu völliger Umarbeitung führende Revision derLehrpläne vom Jahre 1877 vorgenommen.

Die Frequenz der Anstalt sank um diese Zeit rasch. Sie betrug in denJahren 187980 bis 188283 resp. 252, 221, 203, 214 Schüler. Noch bedenklicherwuchs der städtische Zuschuß, er belief sich in den entsprechenden Jahren auf16500, 22300, 26000, 28800 Mark.

Direktor Henke übernahm Ostern 1883 die Leitung des Gymnasiums zuBarmen. Im Dezember 1882 wurde zu seinem Nachfolger der Rektor des Real-progymnasiums in Segeberg, Dr. G. Zietzschmann, gewählt und am 14. April 1883in sein Amt eingeführt.

Die 1882 erschienenen neuen Lehrpläne hatten bezüglich der Berechtigungenalles beim alten gelassen und somit die sogenannte Realschulfrage voraussichtlichauf Jahre hinaus in einem für die Realschulen ungünstigen Sinne entschieden. Esdrängte sich daher immer brennender die Frage auf, ob eine Schule, die bis zu30000 Mark die Stadtkasse jährlich belaste, für Mülheim nicht zu teuer sei, wennsie ihren Abiturienten nicht einmal alle sogenannten Berechtigungen zu gewähren

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