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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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eröffnet. Im Laufe des Schuljahres 185354 gelang es dem Lehrerkollegium, dieEntwickelung der Schule so zu fördern, daß das Kuratorium am 22. Juli 1854 fol-genden wichtigen Beschluß fassen konnte:Die höhere Bürgerschule besteht vom1. Oktober er. an aus 6 Klassen, deren oberste das durch das Reglement vom8. März 1832 bestimmte Klassen- und Schulziel zu erreichen hat. Der Kursus derSekunda sowohl wie der Prima ist zweijährig, die 4 unteren Klassen haben ein-jährige Kurse." Die Gemeindebehörde stimmte zu, dagegen erwies sich die Zu-versicht, das Königliche Ministerium werde schon auf Grund jener Beschlüsse innächster Zeit die Schule als eine vollständige Realschule anerkennen, als verfrüht.Vielmehr weist der Minister in seiner Antwort vom 28. September 1854 darauf hin,daß die einer Anstalt zu erteilende Berechtigung zu Entlassungsprüfungen Schülervoraussetze, welche einen zweijährigen Kursus der Prima durchgemacht haben undhinreichend vorbereitet erscheinen, um die vorschriftsmäßige Abiturientenprüfung zubestehen.

Bei Beginn der Schuljahre 185455 wurde die Prima mit 2 Schülern eröffnet,und am 22. und 23. August 1856 unter Vorsitz des Regierungs- und SchulratesDr. Landfermann die erste Abiturientenprüfung abgehalten. Geprüft wurde RobertGlebsattel aus Mülheim, 17 Jahre alt, 6 Jahre Schüler der Anstalt, 2 Jahre in Prima.Die Prüfungs-Kommission gelangte zu dem Resultate, daß dem Abiturienten dasZeugnis der Reife gebühre, daß er in allen Prüfungsgegenständen gut, in vielenvorzüglich gut bestanden habe. Das Resultat dieser Prüfung wurde am 12. Novembervon seiten des Ministers bestätigt, und gleichzeitig der Anstalt das Recht zu Ent-lassungsprüfungen nach Maßgabe des Reglements vom 8. März 1832 erteilt, ihrdamit auch alle den vollständigen Realschulen zukommenden Rechte verliehen.

So war also schon nach 4 Jahren die vierklassige Schule, deren Leistungennach dem Berichte des damaligen Direktors auf der denkbar niedrigsten Stufestanden, dank der aufopfernden Hingebung des Lehrerkollegiums, dank der rast-losesten und angestrengtesten Arbeit aller daran mitwirkenden Kräfte, zu einersechsklassigen Realschule mit achtjährigem Kursus umgebildet worden. Die Zahlder Lehrer war unterdessen von 4 auf 10, die Schülerzahl von 45 auf 161 gestiegen.Dieses rasche Steigen der Schülerzahl hatte zur Folge, daß der Zuschuß der Stadtin den Jahren 1853-1857 von 1350 auf 820 Taler sank, während in derselben Zeitder Etat der Anstalt von 1600 bis 1750 Talern auf 6550 Taler angewachsen war.Allerdings waren die Gehälter der Lehrer derart unzureichend, daß diejenigen,welche kein eigenes Vermögen besaßen, von Nahrungssorgen gedrückt wurden undeinen erheblichen Teil ihres Lebensunterhaltes durch außeramtliche Arbeiten zuerwerben gezwungen waren. Eine notwendige Folge dieser Mißstände war einhäufiger Wechsel im Lehrerkollegium, so daß in dem kurzen Zeitraum von 7 Jahren(bis 1859) in einem Kollegium, welches erst allmählich im Laufe dieser Zeit auf12 Mitglieder angewachsen war, 28 Lehrer gewirkt haben. Aber alle Anträge desDirektors und des Kuratoriums auf Erhöhung der Gehälter wurden von den städtischenKollegien abgelehnt, weil sich die Stadt gerade damals durch die Beteiligung beider Erbauung der Eisenbahn mit einem Kapitale von 300000 Talern in einer finanzielletwas schwierigen Lage befand.

Für die Schule wurde aber inzwischen weiter gesorgt. Da das bisherigeAnstaltsgebäude den von Jahr zu Jahr wachsenden Bedürfnissen der Realschulenicht mehr genügte, obgleich die höhere Töchterschule bereits seit dem Jahre 1853in ein Mietslokal verlegt war, so wurde von den Gemeindebehörden anfangs des

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