verdienten H. H. von Eicken die vorgelegten Grundzüge prüfte und deren fast un-veränderte Annahme vorschlug. Diesem Vorschlage trat das Kollegium in einerSitzung vom 20. März 1851 mit folgendem Beschlüsse bei:
„Ferner beschloß der Gemeinderat auf Grund der adoptierten Grundzüge, wiesolche von der Kommission vorgeschlagen, die höhere Bürgerschule als ein Kommunal-Institut zu übernehmen und für die erforderlichen Geldmittel zu garantieren."
Der Schwerpunkt der „Grundzüge zu einem Statut für die höhere Bürger-schule" liegt in folgenden Sätzen:
„Der Vorstand der Schule wird durch ein Kuratorium gebildet, dessen Befug-nisse und Obliegenheiten durch eine vom Gemeinderat zu genehmigende und vonder Königlichen Regierung zu bestädtigende Instruktion geregelt wird. — Die Schulesoll vorzugsweise und zunächst als eigentliche Realschule mit 4 Klassen organisiertwerden. Als sekundärer Zweck erscheint die Vorbereitung für den Besuch derhöheren Klassen eines Gymnasiums. Der Ausbau der Anstalt nach oben zu einervollständigen, zu Entlassungsprüfungen berechtigten Realschule ist in der Art vor-behalten, daß dem Kuratorium die Beschaffung aller zur möglichst baldigen Erreichungdieses Zieles dienenden Mittel als eine Hauptaufgabe bezeichnet wird. —
Mit der Realschule in Verbingung und unter Benutzung der Lehrkräfte der-selben, sowie unter spezieller Leitung und Kontrolle des Rektors soll eine zwei-klassige höhere Töchterschule organisiert werden."
Das neue Kuratorium wurde am 27. Mai 1851 gewählt und am 17. Juni 1851bestätigt. Es erblickte seine erste Aufgabe in der Besetzung der statutenmäßigfestgesetzten Lehrstellen. Da die Schule ihrem Hauptzwecke nach Realschule seinsollte, so wünschte das Kuratorium an ihre Spitze einen mathmatisch-naturwissen-schaftlich gebildeten Philologen zu sehen. Der bisherige Rektor der Schule Dr. Kerlenkam diesem Wunsche entgegen, indem er mit einer Pension von 300 Talern am4. September 1851 aus dem Amte schied. Die Stelle des Rektors wurde dem Ober-lehrer am Gymnasium zu Wesel, Wilh. Gallenkamp, übertragen, neben ihm wirktenan der Schule als erster Lehrer Dr. Stahlberg, als zweiter S. Nagel, als Elementar-lehrer Berns und als Zeichenlehrer der Techniker Krieger.
Am 7. Juli 1852 erhielt die vorläufige äußere Organisation der höheren Bürger-schule ihren Abschluß durch Einführung des neu gewählten Rektors der Anstalt.
Die innere Organisation der Schule wurde sofort aufs kräftigste in Angriffgenommen. Der Unterricht begann mit 45 Schülern und 30 Schülerinnen, welchebisher auf 2 Knabenklassen, eine Mädchenklasse und eine für Knaben und Mädchengemeinsame Elementar- und Vorbereitungsklasse verteilt waren. Es wurde sogleichaus den 4 befähigsten Schülern der ersten Knabenklasse eine neue erste Klasse(Quarta bis Tertia einer Realschule gleichstehend), aus 9 Schülern der bisherigenersten Klasse eine zweite Klasse (einer guten Real-Quinta gleichstehend), und ausden Schülern der zweiten Klasse eine dritte Klasse (einer Sexta der Realschulegleichstehend) gebildet. Noch im Laufe desselben Sommers wurde auf Beschlußdes Kuratoriums die Vorbereitungsklasse aufgelöst und in eine vierte Knabenklasse(Sexta) und eine zweite Mädchenklasse getrennt. Durch entsprechende Vermehrungder Lehrkräfte wurde es möglich, die Entwickelung der Schule so zu fördern, daßschon am Schlüsse des Schuljahres 1852—53 die erste Klasse „in mehreren Lehr-fächern der Sekunda, in den übrigen der Tertia einer vollständigen Realschule, wiesie am Ende des Schuljahres sein soll, gleichkam." Seit Beginn des Schuljahres1853—54 (Herbst) wurde auf Beschluß des Kuratoriums eine fünfte Klasse (Sekunda)
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