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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Auf jede dieser 12 Klassen entfielen also von den insgesamt 1582 Kinderndurchschnittlich 132, das Maximum der Schülerzahl hatte die 2. Klasse der katholischenSchule mit 184 Kindern. Außerdem bestand eine jüdische Schule mit 48 Kindern. EinePrivatschule sowie Schulen der anstoßenden Landgemeinden benutzten 264 Kinder,die Realschule 119 städtische Schüler.

An Schulgebäuden waren vorhanden:

1. die große evangelische Knabenschule, worin die Klassen- und Armenschuleuntergebracht waren; Wohnungen für 2 Lehrer waren in einem Hintergebäude.

2. Die katholische Schule mit Lehrerwohnung. Alle Gebäude waren Eigentumder politischen Gemeinde. Die Juden besaßen in ihrer Synagoge ein Schulzimmer.

Die Hauptlehrer waren auf das Schulgeld (4 Silbergroschen pro Kind undMonat) berufen. Außerdem bezogen sie eine Intrade aus kirchlichen Fonds, teilweiseauch kleine Zuschüsse aus der Gemeindekasse. Die beiden Armenlehrer erhieltenjeder inkl. Mietsentschädigung 300 Taler aus der Gemeindekasse. Für Unterrichtder katholischen Armenkinder erhielt der Hauptlehrer ein Aversum von 60 Talern.Die geprüften Hülfslehrer erhielten 60 Taler, die Aspiranten 40 Taler aus derGemeindekasse, außerdem freie Station beim Hauptlehrer.

Insgesamt wurden aus Kommunalmitteln für das Elementarschulwesen imJahre 1854 verwandt: 1856 Taler 23 Silbergroschen und 8 Pfennige.

Anfang 1862 wurde die Schule am Rahmen, an der der Lehrer von Kampmit 2 Gehülfen unterrichtete, eröffnet. Zur selben Zeit machte sich die Beschaffungweiterer Schulräume für die katholische Schule bemerkbar. Es wurde in der Auer-straße ein Grundstück angekauft und der Bau einer neuen Schule beschlossen. Siewurde am 2. Januar 1864 bezogen und die Mädchenschule aus dem katholischenWaisenhause, woselbst dieselbe bisher provisorisch gegen Mietsentschädigung unter-gebracht war, in die bisherige Knabenschule verlegt. Seit dieser Zeit ist die voll-ständige Trennung der Geschlechter an der katholischen Volksschule durchgeführt.Es wurde eine dritte katholische Lehrerin angestellt, so daß jetzt 2 dreiklassigekatholische Schulsysteme bestanden. Auch für die jüdische Schule zeigte sich balddas Bedürfnis nach Schaffung größerer Schulräume. Das Quattelbaum'sche Hausnebst zugehörigem Grundstücke in der Löhstraße wurde zum Preise, von 180 Tlr.angekauft und dasselbe der Synagogengemeinde zur Benutzung als Schule resp.Lehrerwohnung auf Widerruf überlassen. Doch zeigte dieses Gebäude im Jahre 1864infolge seiner zu leichten Bauart so vielfache Mängel, daß die städtische Verwaltungden Plan faßte, ein anderes Schullokal zu beschaffen und das alte zu veräußern.Vorläufig blieb es bei dem Plane, denn als im Jahre 1866 die israelitische Schulezu einem Choleralazarett eingerichtet wurde, siedelte die Klasse in das Schulgebäudeam Rahmen über, wo ein viertes Klassenzimmer, das zur Errichtung einer neuenevangelischen Schulklasse bestimmt war, zur Verfügung stand. Später ging dasjüdische Schulgebäude überhaupt ein. Das Schulgebäude, das sich auf dem Hofedes jetzigen Röntgen'schen Grundstückes in der Löhstraße befand, wurde von derZweigeisenbahn der Friedrich-Wilhelmshütte in Anspruch genommen und mußte ab-gebrochen werden. Die israelitischen Schüler wurden, nachdem sie zeitweilig ingemietetem Räume untergebracht waren, in der konf.-paritätischen Bürgerschule inder Auerstraße, nach einigen Jahren der neuen Schule am Dickswall überwiesenund in neuester Zeit, je nach ihrem Wohnsitze, auf die evangelischen Volksschulender Stadt verteilt.

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