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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
Seite
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dieser Absetzung durch den päpstlichen Nuntius Bischof Fabius Chisius und nachvorgenommener Visitation des Klosters wird 1642 Agnes de Hyllen zur Äbtissingewählt, die von dem Pfarrer Johann Henninges in Ratingen in ihr Amt eingeführtwerden soll. Allein auch die nun anbrechende Blüteperiode, in der das neueÄbtissinnenhaus (1729)') und die Wirtschaftsgebäude (1755) entstanden, war nur vonkurzer Dauer. 1808 ergriffen die Franzosen von dem Kloster Besitz, und nur biszum 1. September 1809 wurde den Schwestern der Aufenthalt im Kloster gestattet.Beugnot, der kaiserl. Kommissar und Finanzminister für das Großherzogtum Berg,bewilligte durch Dekret vom 10. August 1809 den nunmehr vollständig mittellosenKlosterschwestern eine jährliche Pension. Es sollten erhalten:

madame l'abesse Agathe de Heinsberg.............500 ecus

la dame Guillelmine d'Andlau.................310 „

la dame Friederique de Copon................ 310

la dame Caroline de St. Remy................ 300 „

la dame Antoinette Leseque.................300 „

la dame Therese de St. Remy pour avoir assiste au Choer depuis

dix ans ....................... 100 „

la demoiselle Maria Kemper pour avoir assiste au Choer et jouer

de Forgue depuis cinq ans .............. 50 „

Das weitere Schicksal der Klosterschwestern ist unbekannt, sie scheinen aberdie Auflösung des Klosters nicht lange überlebt zu haben. Die letzte ÄbtissinAgathe von Heinsberg starb 1822 im Pfarrhause, so daß ihr Wunsch, den Lebens-abend in dem von ihr am Priskamp erbauten Hause (jetzt Wilke) zu beschließen,sich nicht erfüllte. Ihre sterblichen Überreste ruhen unter dem großen Kreuze ander kath. Kirche.

Die Klosterkirche, erbaut beiGründung des Klosters um 1214, dientevon jeher nicht allein den Insassen desKlosters, sondern auch den Bewohnernvon Saarn. Die Seelsorge werden an-fangs wohl nur Geistliche aus der AbteiKamp besorgt haben. So werden in denUrkunden genannt: Gisbert Hämmer,Arnt von Wesel bychter, Johann vanHüls confessor, Lambert Ewickbichtheer.Zur Fundation für einen Weltgeistlichenschenkte jedoch bereits 1392 PfarrerTheodor Plater in Mülheim den HofTynre in Mülheim (Teinershof). Außerden gewöhnlichen seelsorglichen Funk-tionen soll der Geistliche alljährlich ein Jahrgedächtnis für den Stifter halten. Derletzte Rest dieses Teinerhofes wurde nach der Säkularisation von der KöniglichenDomänenverwaltung an den Schreinermeister Bergfried verkauft, der für die Ab-haltung des Anniversars alljährlich 1 Taler 22 Stüber an" die Saarner Kirchezahlen mußte, bis dieser Canon vor einigen Jahrzehnten abgelöst wurde. Sicherist, daß wenigstens zeitweise sogar mehrere Vikare tätig waren. Als solche wirkten

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Klosterkirche Saarn (nach der Erweiterung 1895/96).

*) Vgl. die Abbildung auf Seite 21.

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