bei seinem Tode am 2. Januar 1906. Schon unter Pfarrer Klein war eine dritteKaplanstelle eingerichtet worden.
Überblicken wir nun zum Schlüsse die 150jährige Geschichte der katholischenGemeinde Mülheims, so müssen wir staunen über das rapide Wachstum derselben.Von 477 Seelen im Jahre 1754 ist die Seelenzahl der Katholiken in demselbenBezirk 1 ) auf über 50000 gestiegen, von denen 1905 auf die Altstadt Mülheim 14251,auf Holthausen 1014 und auf Styrum 13739 entfielen. Und wenn auch nach Geburtoder Abstammung die Katholiken Mülheims den verschiedensten Volksstämmenangehören, so sind sie doch alle geeint in dem völkerumspannenden katholischenGlauben, einig aber auch in der Liebe zu ihrer jetzigen Heimat am schönen Strandeder Ruhr, und treue Kinder des deutschen Vaterlandes, dem auch sie in kulturellerund wirtschaftlicher Beziehung so vieles verdanken. Daß dieses so bleibe, und derdeutsche Geist der Liebe und Treue zu Religion und Vaterland immerdar wachse,das walte Gott!
VII. Die katholische Pfarrgemeinde Mülheim-Saarn.
Die Geschichte der Pfarrgemeinde Saarn ist eng verknüpft mit der Geschichtedes ehemaligen Nonnenklosters Saarn. Dasselbe wurde unter dem Titel „Aulasanctae Mariae" im Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet und laut Zeugnis derersten Äbtissin Wolberna im Jahre 1214 dem Cistercienser-Orden inkorporiert.Gleichzeitig wurde das Kloster Saarn der um 1122 gegründeten Abtei Kamp imheutigen Kreise Mors unterstellt, damit deren Abt auf ewige Zeit der „Visitator desKlosters" und „Seelenführer der Nonnen" sei. Kirche und Kloster sollen vom Erz-bischof Engelbert dem Heiligen konsekriert worden sein. Für diese Tradition isteine alte Aufzeichnung von Interesse, die Pfarrer Grothues der Nachwelt ab-schriftlich überliefert hat:
„1214 auff ss. parti hiacinthi
„ist die Kirch zu Sarn von dem
„hl. Engelbertus mit den drey
„altaren consecrirt, und ist
„diß Segel im altaer von ss
„petri und pauli vonden
„1650 den 12 augusti."In den auf dem erzbischöflichen Generalvikariat aufbewahrten Akten wird die Kon-sekration durch Erzbischof Engelbert in das Jahr 1217 verlegt. Da die Originalaktenfehlen, ist die Differenz der Angaben erklärlich. Für die Verlegung der Konsekrationin das Jahr 1217 spricht der Umstand, daß Engelbert erst 1216 auf den Bischofs-stuhl erhoben wurde. Erzbischof Engelbert selbst sagt darüber in einer Urkundevom Jahre 1221, er habe einst (aliquando) die neue Pflanzstätte des Cistercienser-Ordens, aula beatae Mariae genannt, besucht, um das Kloster daselbst zu konsekrieren.Die päpstliche Bestätigung der neuen Niederlassung erfolgte durch Honorius III. 1223.Über die Geschichte des Klosters ist wenig bekannt, da die meisten der nocherhaltenen Urkunden nur einigen Aufschluß geben über die dem Orden zustehendenLändereien und Zehnten.-) Als erste nachweisbare Schenkung erhielt das
') Mülheim, Styrum, Holthausen, Heißen, Fulerum, Winkhausen, Menden, Alstaden, Dümptenund ein Teil von Oberhausen.
2 ) Über den Saarner Grundbesitz s. auch oben S. 21 f.
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