St. Marien-Hospital.
genügen sollte. 1903 kam der Bauplan zustande, nach welchem Architekt WilhelmSültenfuß, Düsseldorf, den Erweiterungsbau ausführte. An das vorhandene Gebäudewurde links ein 10 m breiter Mittelbau, im Erdgeschoß als Entree und Refektorium,in der Etage als Hauskapelle dienend, und daran ein Seitenflügel von 45 m Längeangebaut, sodaß die ganze Vorderfront eine Länge von zirka 100 m aufweist. Dasganze Gebäude wurde mit dem notwendigen Mobilar, mit Apparaten und Instrumentenso ausgestattet, daß es äußerlich und innerlich allen gerechten Anforderungenmoderner Heilkunde entspricht. Die beträchtlichen Kosten wurden zum Teil durchmilde Stiftungen und teils durchAufnahme einer Anleihe bei derLandesversicherungs-Anstalt derRheinprovinz gedeckt. Bei der Ein-weihungsfeier des Erweiterungs-baues überraschte der Oberbürger-meister Dr. Lembke den rührigenPfarrer mit der Überreichung derInsignien zum roten Adlerorden4. Klasse.
Auch das Waisenhaus er-freute sich der Liebe des Pfarrersin hohem Maße. Infolge des niedriggestellten Pflegesatzes schloß dieJahresrechnung der Anstalt stetsmit einem größeren oder geringeren Defizit, welches aus der Kirchenkassegedeckt werden mußte. Pfarrer Unkel sammelte daher einen Fonds, der zurzeit auf28000 Mk. angewachsen ist und eine finanziell gesichertere Verwaltung gewährleistet.
Auch ein Fonds zur Erbauung einer dritten Kirche, wie auch ein Kirchen-Neubaufonds der alten Pfarre verdanken ihre Gründung und ihr Wachstum derFürsorge des Pfarrers. Durch Ankauf eines 7 Morgen großen Grundstücks inM.-Holthausen und eines Teiles der neben der alten Kirche belegenen Besitzungder Erben Fellinger trug der Kirchenvorstand Sorge, daß bei den später zuerrichtenden Kirchen die Platzfrage keine Bedeutung mehr hat.
Dem Bedürfnis nach Erweiterung der Sakristei der alten Pfarrkirche wurdedurch einen schönen Neubau abgeholfen, die alte Kirche würdig ausgemalt und durchAufstellung einer neuen Orgel, welche die Orgelbau-Anstalt E. Seifert zu Cöln-Mannsfeld zum Preise von ca. 18000 Mk. lieferte, verschönert. Bei all diesen Ein-richtungen unterstützten der Kirchenvorstand sowie die kirchliche Gemeindevertretungin einmütigster Weise die Bestrebungen ihres Seelsorgers.
In der Pflege des kirchlichen und des Vereinslebens standen dem Pfarrer dieihm von der Behörde zugewiesenen Kapläne treu zur Seite. Vor allem ist hier derseeleneifrigen Tätigkeit des Kaplans Lambert Hetzer zu gedenken, der vomJahre 1868—1901 seines Amtes waltete und sich dabei der größten Liebe undVerehrung der Gemeinde erfreute. Der stille und bescheidene Sinn des frommenPriesters ließ ihn vor der breiten Öffentlichkeit zurücktreten, sodaß er sogar die ihmim Jahre 1893 zugedachte öffentliche Ehrung zum silbernen Dienstjubiläum ausschlug.Als er im Jahre 1901 von der kirchlichen Behörde den ehrenvollen Ruf als Pfarr-rektor von Tüschenbroich bei Wegberg annahm, war die Trauer allgemein; ebenso
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