Reihe edelgesinnter, opferfreudiger Laien standen den Priestern zur Seite. Pfarr-verwalter Baurs hatte auch die Freude, die Erbauung des katholischen Kranken-hauses in den Jahren 1886—87 vornehmen zu können. Nach den Plänen derArchitekten Sardemann und Scherz wurde der schöne Bau von der Firma Döringhierselbst ausgeführt und anfangs Januar 1887 bezogen. Die Pflege übernahmendie barmherzigen Schwestern von der hl. Elisabeth aus dem Mutterhause zu Essenunter Leitung der Schwester Crescentia, welche früher schon 10 Jahre das Waisen-haus und später das kath. Krankenhaus in Styrum geleitet hatte. Zur Unterstützungder Pfarrgeistlichen wurde 1884 Kaplan Carl Bund nach hier berufen, der sichbesonders verdient machte um die Errichtung einer Filialgemeinde in Dümpten,wohin er 1887 von der Behörde als geistlicher Rektor gesandt wurde. Die Gemeindelohnte das eifrige Wirken des Pfarrverwalters Baurs durch rege Anteilnahme an derFeier seines silbernen Priesterjubiläums 1887 und sah ihn mit Bedauern Ostern 1888von Mülheim scheiden, um nach Weisung der Behörden die Pfarrstelle in Bensbergzu übernehmen. Da inzwischen die Wogen des Kulturkampfes sich geglättet hatten,ernannte die erzbischöfliche Behörde unter Zustimmung der Kgl. Regierung denbisherigen Kaplan von Essen
Hubert Heinrich Wolters am 9. Dezember 1887 zum Pfarrer. Dochstarb er schon nach zweijähriger Amtstätigkeit am 12. Mai 1890 infolge einer Lungen-entzündung. In die Zeit seines Wirkens fällt die Erhebung der Filiale Styrum zureigenen Pfarre (1889). Eine seiner letzten Amtstätigkeiten war die Grundsteinlegungdes durch Kaplan Pauen (1888—1891) errichteten Gesellenhauses an der Althofstraße.Auf Pfarrer Wolters folgte
Johann Balthasar Klein aus Hersei bei Bonn. Während seiner Amts-periode wurde eine Vergrößerung des Waisenhauses und eine Erweiterung desSt. Marien-Hospitals zum unabweisbaren Bedürfnis. Diese Erweiterungsbautensowie die Erbauung.einer neuen Wohnung für die Kapläne wurden in den Jahren1891—93 vorgenommen, und die Kirche durch Einbau einer neuen Decke in Holz-gewölbe verschönert. Dem Wunsche der Pfarrkinder aus Heißen, Fulerum undWinkhausen entsprechend, errichtete er in Heißen eine schöne Rektoratskirche mitWohnung (1897). Auch trug er sich mit dem Gedanken eines Monumental-Kirchen-baues auf dem Gelände der Zinkhütte. Als am 1. April 1899 Mülheim die Garnisondes Infanterie-Regiments Nr. 159 erhielt, wurde Pfarrer Klein auch mit der Seelsorgefür die katholischen Mannschaften betraut. Aus all diesen Plänen und Arbeitenriß ihn der unerbittliche Tod am 18. Juni 1899 hinweg. Der Nachfolger von Pfarrer Klein,
Pfarrer Theodor Unkel aus Köln, wurde am 30. September 1899 zumPfarrverwalter, und nach Besetzung des damals erledigten erzbischöflichen Stuhleszum Pfarrer von Mülheim a. d. Ruhr ernannt. Gleichzeitig wurde ihm auch dieMilitärseelsorge beim Inf.-Reg. 159 übertragen. In Mülheim a. d. Ruhr harrten seinergroße Aufgaben, die zwar von seinem Vorgänger teilweise schon in Angriff genommen,jedoch nicht ausgeführt werden konnten. Die Bevölkerungsziffer der katholischenGemeinde, die jetzt nur noch die Altstadt Mülheim a. d. Ruhr und die GemeindenHeissen, Holthausen, Menden und Dümpten umfaßte, war auf über 16000 gestiegen.Von diesen 16000 Seelen wohnten etwa 13000 in der Altstadt Mülheim, sodaß eineTeilung' der Gemeinde in absehbarer Zeit zur zwingenden Notwendigkeit wurde.Schon lange hatte man daher den Bau einer zweiten Kirche im nördlichen Stadtteileerwogen. Der Kirchenvorstand hatte zur Zeit des Pfarrers Klein die Baupläne zueiner großen Kirche herstellen lassen, die jedoch die nachgesuchte behördliche
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