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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Heinrich Höltgen, bis dahin Vikar in Benrath, als Pfarrer von Mülheim ein.Nach kaum V-ji jähriger Wirksamkeit durch ein schweres Lungenleiden ganzentkräftet, starb Pfarrer Höltgen am 16. November 1832 im Alter von 32 Jahren,Am 28. März 1833 übernahm der bisherige Kaplan an der Maxkirche zu Düsseldorf

Dr. theol. Ignaz, Stephan, Hubert von Sieger die hiesige Pfarrstelle. ZuBeginn seiner Amtstätigkeit stellte Pfarrer Dr. v. Sieger ein Verzeichnis derKatholiken seiner Pfarre auf, dem wir folgende Data entnehmen: Gesamtzahl derPfarrkinder 2352, davon in Mülhein 1280, Holthausen 146, Menden 85, Fulerum 40,Heißen 16, Winkhausen 135, Eppinghofen 254, Mellinghofen 102, Dümpten 128,Styrum 135 und Alstaden 51. Ehen zählte er 583, davon rein katholische 294 undgemischte 289. In 46 gemischten Ehen wurden alle Kinder katholisch, in 63 alleprotestantisch erzogen, bei 136 Mischehen waren die Kinder teils katholisch, teilsprotestantisch, und 44 Mischehen waren kinderlos. Die Seelsorge der räumlich sosehr ausgedehnten Gemeinde stellte an die Kräfte des Pfarrers übergroße Anforderungen,denen er auf die Dauer nicht gewachsen war. Zwar stand ihm seit dem Jahre1846 noch ein zweiter Kaplan zur Seite, doch zwang ein hartnäckiges gichtigesLeiden den Pfarrer am 11. November 1847 auf die hiesige Pfarrstelle zu verzichten.

Als Pfarrverweser folgte ihm Kaplan Keberlet von der Andreaskirche zuDüsseldorf. Da die Kgl. Regierung glaubte Patronatsrechte geltend machen zumüssen, zogen sich die Verhandlungen mit der kirchl. Behörde über die Besetzungder hiesigen Stelle bis zum 13. Juni 1848 hin, an welchem Tage

Kaspar, Mathias, Wilhelm Wolff aus Essen als Pfarrer von Mülheimberufen wurde. Er fand eine Gemeinde vor von ca. 4300 Seelen, arm zwar anirdischen Gütern, reich jedoch an Liebe und Begeisterung für die heilige Kirche.Die „Kölner Wirren" hatten auch hier das religiöse Gefühl mächtig entflammt, unddie „deutsch-katholische" Bewegung hatte vergebens versucht, hier Boden zugewinnen, trotzdem sogar ein deutsch-katholisches Gotteshaus in der Karlstraße erbautwurde, welches jedoch nach kurzer Zeit, infolge Mangels an Bedürfnis, in eineWerkstelle umgewandelt wurde. Mülheims katholisches Volk stand fest und treubei seinen Priestern, die die Achtung vor der Autorität, der geistlichen wie auchder weltlichen, tief in die Herzen eingepflanzt hatten und dadurch ihre Pfarrkindervor Verirrungen in kirchlicher und politischer Beziehung in den Revolutionsjahren1848-49 zu bewahren wußten. Der Pfarrer verstand es, Begeisterung und Opfer-freudigkeit zu wecken. Er lehrte die Gemeinde auf eigenen Füßen stehen und trotzder geringen Mittel Großes zu schaffen. Die alte Kirche war längst zu klein geworden,und die Pfarrwohnung in einem Zustande, daß sie baldigst abgebrochen werden mußte.Zwar hatten auch früher schon Beratungen und Verhandlungen stattgefunden übereinen Neubau oder eine Erweiterung der Kirche, jedoch war man vor lauter Raten nichtzu Taten gekommen und hatte nicht einmal den geringsten Anfang zu einem Baufondsgemacht. Pfarrer Wolff bewog die Gemeinde durch Kirchensteuer die notwendigenMittel aufzubringen. Einstimmig wurde in einer großen Versammlung eine Kirchen-steuer von 33V» 0 / 0 gutgeheißen und später von den Behörden genehmigt. Schonam 10. Juli 1850 ward der Grundstein zum neuen (jetzigen) Pfarrhaus gelegt, undam 31. Mai 1856 der Erweiterungsbau der Kirche begonnen. Nach den Plänen desDombaumeisters Statz wurden die Arbeiten unter Leitung des KreisbaumeistersDamen ausgeführt. Zuerst wurde das Hauptschiff bis zur Straße verlängert und dasöstliche Seitenschiff erbaut. Im Jahre 1859 wurde der Bau des westlichen Neben-schiffes vollendet, und in den Jahren 1870—71 der Chor ausgebaut. Nachdem die

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