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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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weltlichen Behörde und des lutherischen Predigers in feierlicher Weise den Grundsteinlegte. Trotz seiner Einfachheit zog sich der Bau bis zum Sommer 1786 hin, weilKürten die Mittel zum Kirchenbau mit unsäglicher Mühe selbst sammeln mußte unddaher in steter Geldverlegenheit war. Am 10. September des Jahres 1786 wurdedie neue Kirche durch den Weihbischof von Köln, Graf von Königseck, eingeweiht,und an den folgenden fünf Tagen in der Kapelle von Styrum an 23 752 Personendas heilige Sakrament der Firmung gespendet. In demselben Jahre wurde auchauf dem nördlichen Teile des Maurenguts ein Kirchhof für die Katholiken eingerichtetund benediciert.

Nachdem Kürten die Kirche notdürftig vollendet und ein geordnetes Gemeinde-wesen geschaffen hatte, wurde auf Antrag der kurfürstlichen Regierung durch dasGeneralvikariat zu Köln' d. d. 18. Januar 1790 die Gemeinde Mülheim zur Pfarreerhoben, der zeitige Seelsorger Peter Kürten zum Pfarrer ernannt und als solcheram 22. März desselben Jahres feierlich in sein Amt eingeführt.

Hatte Kürten bis dahin überaus segensreich für den innern und äußerenAusbau seiner Gemeinde gewirkt, so bot sich ihm als Pfarrer hierzu noch mehrGelegenheit. Durch Erbauung der Orgelempore (1799) und Aufstellung einer neuenOrgel, welche der Orgelbauer Fabricius aus Grevenbroich für 450 Reichstaler lieferte,zeigte Kürten, daß ihm auch der Schmuck und die Zierde des Gotteshauses eineHerzenssache war. Mit Recht liebte und ehrte die dankbare Gemeinde daher ihrenverdienten ersten Pfarrer, der trotz seines schroffen und eckigen Charakters ein seelen-guter, mildtätiger Mensch war, ein würdiger Priester und glaubenstreuer Dienerseiner Kirche. Er endete sein tatenreiches Leben unter dem priesterlichen Beistandseines Neffen am 20. Juli 1813. Groß war die Trauer der Gemeinde über den Verlust desgeliebten Pfarrers. Seine Grabstätte auf dem sogenannten „alten Friedhof" bezeichnetezwar kein Monument in Stein oder Erz, nicht einmal ein schlichtes Kreuz mit seinemNamen; kindliche Liebe und Verehrung ließen jedoch den Ort nicht in Vergessenheitgeraten, und die dankbare Gemeinde sorgte pietätvoll für würdigen Schmuck desschlichten Grabhügels, bis im Jahre 1901 die wenigen Überreste (u. a. ein vergoldeter,hölzerner Kelch als Zeichen der priesterlichen Würde des dort Beigesetzten) aus-gegraben und in die gemeinsame Begräbnisstätte der katholischen Priester Mülheimsüberführt wurden. Der Nachfolger Kürtens wurde der Exkonventuale der auf-gehobenen Reichsabtei Werden a. d. Ruhr,

Petrus Andreas (Vitus) Lemmens. Als früheres Mitglied der reichs-unmittelbaren Abtei Werden bezog Pfarrer Lemmens von der preußischen Regierungeine jährliche Pension von 600 Gulden. Dieser Umstand kam der finanziell schwachenGemeinde sehr zu statten, die während der Fremdherrschaft langwierige und kost-spielige Prozesse über Pacht- und Eigentumsrecht der Güter der Kirchengemeinde hatteführen müssen, die erst in den sechziger Jahren wesentlich zugunsten der Gemeindeendgültig entschieden wurden. Der wissenschaftlich hochgebildete Pfarrer Lemmenswidmete sich mit unvergleichlichem Eifer der Seelsorge. Er war für sich selbstvon einer solch rührenden Anspruchslosigkeit, daß er sich der Liebe und derAnhänglichkeit seiner Gemeinde im höchsten Grade erfreute. Sein Einkommenverwandte er ganz für die hiesige Gemeinde, und in seinem Testamente bedachteer die Stelle für den „Frühmesser" (1. Kaplan) mit einer ansehnlichen Stiftung. AlsKaplan stand ihm von 1826—29 der später hochverdiente Weihbischof von KölnJohann Anton Friedrich Baudri zur Seite. Nach dem Tode von Pfarrer Lemmens(14. Juli 1829) traf am 7. März 1830

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