verdankt die katholische Gemeinde Mülheim die Übertragung der alten Stiftung aufdie neue Gemeinde und dadurch die finanzielle Unterlage. Nachdem durch theologischeund juristische Gutachten die Sachlage geklärt war, beschloß Graf Philipp Ferdinanddie Refundierung dieser Stiftung und schenkte zu diesem Zwecke an die Missionin der Stadt Mülheim das ganze „Maurengut", den „Muhrenkamp" und das „Donner-und Dachfeld", in Dümpten den „Wennemannshof" und in Winkhausen den „Kaldenhof"zur Sustentation eines Hofpredigers und eines Hofbeichtvaters. Alle diese Besitzungenwaren mit Schulden schwer belastet, deren Abtragung dem Missionar Schebenüberlassen blieb, der auch mit Eifer und Erfolg in dieser Richtung tätig war. Dieganze Existenz der Mission wurde aber in Frage gestellt, als infolge der Aufhebungdes Jesuitenordens durch päpstliches Breve vom 21. Juli 1773 die bergische Regierungdie Güter des Ordens, zu denen sie auch die Besitzungen der Mülheimer Missionrechnete, mit Beschlag belegte und trotz der Anerkennung der Verpflichtung, fürden Unterhalt der Missionspriester zu sorgen, nur schwer zu bewegen war, von Zeitzu Zeit Ratenzahlungen zu leisten. Auch durch das Drängen der Gläubiger, welchenach Aufhebung des Ordens Besorgnisse wegen ihrer Forderungen hegten, sahensich die hiesigen Geistlichen in eine höchst unangenehme Lage versetzt. Der Nach-folger von Pater Scheben, Pater Bayertz S. I. zog es deshalb im Jahre 1775 vor,Mülheim zu verlassen und eine Stelle in Rees zu übernehmen.
Am 12. November 1775 trat ein junger Weltgeistlicher, Peter Kürten, diewenig beneidenswerte Stelle als Seelsorger von Mülheim an. Mit jugendlicherFrische und Eifer ging er ans Werk, die Mission aus ihrer prekären Lage zu befreien.Seine Eingaben an die bergische Regierung blieben ohne Erfolg, es wurden ihmaus den mit Arrest belegten Einkünften der Stelle ganze 80 Reichstaler pro Jahrals Gehalt geboten. Daß er bei solcher Sachlage den Mut verlor und seine hiesigeStelle quittierte, ist um so weniger zu verwundern, als ihm von dem Abte zu Hamborndie Stelle eines Hausmeisters angeboten wurde, die er auch annahm und 3 3 /-iJahrebekleidete. Sein Nachfolger in Mülheim wurde Kaplan Blumenkamp aus Wittlaer,der jedoch schon bald die Pfarrstelle zu Saarn übernahm. Auch die Exjesuiten PaterPfennigs und Pater Bacon fühlten sich der Situation nicht gewachsen. Deshalb sah sichendlich die bergische Regierung genötigt, wollte sie nicht die Mission ganz zugrundegehen lassen, einem Manne die Leitung zu übertragen, der energisch und umsichtiggenug erschien, die großen kirchlichen und materiellen Schwierigkeiten zu überwindenund eine neue Epoche für die katholische Gemeinde heraufzuführen. Dieser Mannwar der vorhin schon genannte
Peter Kürten. Am 9. November 1780 erhielt er von der herzoglichen Regierungzu Düsseldorf die Weisung, die Mission wieder zu übernehmen. Die auf etwa1000 Seelen angewachsene Gemeinde, deren Gebiet sich über den ganzen Stadt-und Landkreis Mülheim a. d. Ruhr mit Ausnahme von Saarn, Broich, Speidorf, Raadtund Haarzopf erstreckte und auch noch die südliche Hälfte von Oberhausen umfaßte,bot der Pastoration derartige Schwierigkeiten, daß Kürten durch Berufung vonSchulvikaren an Stelle von Lehrern eine Unterstützung in seinen seelsorglichenArbeiten suchen und finden mußte. Nach einander versahen dieses Amt die PriesterAckermann (bis 1782) und Wurm (bis 1784); dann, nach Unterbrechung bis 1805,der frühere Klostergeistliche Urbanus Bloz (bis 1811), und nach dessen Weggangder junge Weltpriester Wilhelm Kürten, ein Neffe des Pfarrers. Als erstes undnotwendigstes Werk faßte Kürten den Bau einer Kirche ins Auge, zu welcherschon am 8. Oktober 1781 der Abt von Dunkel aus Hamborn in Gegenwart der
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