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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
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Bibelstunden und Evangelisationsversammlungen gehalten wurden. Mit dieser Richtungsteht die sog. Zelt-Mission in Verbindung, die in den letzten Jahren "auf Terstegens-Ruh, sowie in einem besonderen Zelte dreimal lange dauernde tägliche Versammlungenunter großer Beteiligung von Nah und Fern gehalten hatte. Die Stärke und Schwächedes Protestantismus zeigt sich auch in diesem freikirchlichen, von englisch-amerikanischem Geiste beeinflußten evangelischen Leben, auch dem derMethodisten,Baptisten, Derbisten, der Sabbatisten, der alten und neuen apostolischenGemeinde, sowie der sog. Heils-Armee, die fast alle auch hier ihre besonderengottesdienstlichen Versammlungslokale errichtet haben.

Anfang 1906 verließ Pfarrer Modersohn die Gemeinde, um einem Rufe nachBlankenburg in Thüringen zu folgen; an seine Stelle wurde der frühere hiesigeGemeinde-Vikar, dann Pfarrer in Laar,

5. Heinrich Forsthoff zum sechsten Pfarrer gewählt und im Mai 1905 insein Amt eingeführt. Zugleich wurde die Begründung einer siebenten Pfarrstelleund zwar für den Landbezirk Holthausen, dessen Seelenzahl auf annähernd 4000gestiegen war, und wo Gemeinde-Vikar Lepper seit 1905 wirkte, in Aussichtgenommen. Im August 1907 starb Pfarrer Girkon plötzlich in den bestenMannesjahren.

Bei der auf nahezu 33000 Seelen gewachsenen Gemeindegliederzahl wurdeauch in den letzten Jahren der Bau einer dritten evangelischen Kirche in dembesonders bevölkerten nördlichen Stadtteil Eppinghofen-Mellinghofen und zwar aufeinem Kirchengrundstück an der Aktienstraße beschlossen, zu dem die Genehmigungschon eingegangen ist. Auch in Holthausen, wo bisher Schulräume benutztwurden, ist der Bau eines Betsaales und Pfarrhauses in Aussicht genommen.

Die beiden Kirchen der Altstadt Mülheim erhielten seit 1900 wieder alteapostolische Namen: die große, früher reformierte den Namen Petrikirche, demSiegel mit dem Schlüssel entsprechend, den sie schon vor der Reformation getragen;die kleine, früher lutherische den Namen Paulikirche.

Außer diesen beiden Kirchen hesitzt die Gemeinde 6 Pfarrhäuser, 1 Katechisier-haus, 3 Bet- und Lehrsäle an der Gartenstraße, Heißenerstraße und Aktienstraße —an der Gartenstraße wurde an Stelle des verkauften Pfarrhauses an der Eppinghoferstraße1903 ein Pfarrhaus und 1905 ein kleiner Betsal gebaut. — Der evangelischen Gemeindedienen aber auch noch die folgenden unter besonderer Verwaltung stehenden Anstalten:

1. Das evangel. Krankenhaus an der Teinerstraße, 1850 vom Pfarrer Schulzgegründet; erweitert 1885, 1899, 1901 und 1907, enthält nach dem letztenErweiterungsbau 230 Betten, Operationssaal und eine schöne Kapelle.

2. Das evangel. Versorgungshaus, 1857 ebenfalls vom Pfarrer Schulz gegründet,1907 erweitert, kann 90—100 Personen aufnehmen.

3. Das evangel. Schmitz- Waisenstift, an der Dohne, 1875 vom PfarrerStursberg gegründet, zählt gegen 50 Kinder.

4. Das Kinderheim an der Friedrichstraße, infolge eines Vermächtnisses derWwe. Hugo Stinnes von 20000 Mk. im Jahre 1890 gegründet, beherbergtkranke kleine Kinder.

5. Die Kleinkinderschule im Hagedorn, vom Pfarrer Keller um 1860 gegründet,zählt in 2 Klassen gegen 100 noch nicht schulpflichtige Kinder.

In vier dieser Anstalten wirken zusammen außer den 7 Gemeindeschwestern14 Schwestern im Krankenhaus, 3 im Versorgungshaus und je 2 im Kinderheim undStinnesstift; für die Gemeindeschwestern ist ein Heim an der Werthgasse und ein

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