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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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1. Ferdinand Rahlwes von Sigmaringen übertragen. Er erhielt den Seelsorge-Bezirk Eppinghofen-Mellinghofen für Amtshandlungen, Unterricht und Bibelstundenangewiesen, während er zuerst nur an den größeren Festen, später in regelmäßigemTurnus auch an den Predigten in den zwei Stadtkirchen sich beteiligte. Februar1895 verließ er die hiesige Stellung, um einem Rufe nach Braunschweig zu folgen.

An seine Stelle wurde im Frühjahr 1895 gewählt und im August eingeführt:

2. Max Voullieme von Rathenow, der das an der Heißener Straße kurzvorher erbaute fünfte Pfarrhaus bezog. Er trat sofort in den bisherigen regel-mäßigen Turnus mit Predigten und Unterricht ein, während besondere Bibelstundenin dem neuen Lehrsaale an der Heißener Straße hinzutraten. — Nach dem im März 1899plötzlich erfolgten Tode von Pfarrer Qruber beschloß die Vertretung der Gemeindemit Rücksicht auf die starke Bevölkerungszunahme die Begründung einer sechstenPfarrstelle, nach deren Genehmigung durch die kirchliche Aufsichtsbehörde imNovember 1894 in die fünfte und sechste Pfarrstelle gewählt wurden:

3. Martin Girkon von Ostpreußen;

4. Ernst Modersohn, bisher in Weidenau bei Siegen. Für den letzterenwurde das sechste Pfarrhaus mit Lehr- und Betsaal sowie Schwesternhaus fürdie drei Gemeindeschwestern des dritten nördlichen Pfarrbezirks an der oberenAktienstraße erbaut. — Es wurden nun auch endlich nach dem Vorgange der meistengrößeren Rheinisch-Westfälischen Gemeinden sechs definitive Pfarrbezirke fürsämtliche Amtshandlungen, Seelsorge- und Religionsunterricht, an Stelle der früherensog. Amtswochen eingerichtet; nur der regelmäßige Predigtturnus in den Kirchenund der Krankenhauskapelle blieb auch ferner bestehen. Doch wurde zur Förderungdes kirchlichen Lebens noch eine Reihe von Bibelstunden in Schulen, Lehrsälen,Katechisierstube und Chorkammer eingeführt. An Stelle des längst baufälligen undunzureichenden Katechisierhauses am Scharpenberg wurde 1900 auch ein stattlicherNeubau mit vier großen Lehrsälen und einer Hausdiener-Wohnung errichtet.

Durch die Vermehrung der geistlichen Kräfte und der gottesdienstlichenLokale und Bibelstunden, Verteilung der Seelsorge und des Unterrichts enwickeltesich das kirchliche und christliche Leben, allerdings auch unter wachsenden Schwierig-keiten und stets neuen Anforderungen, sowohl im kirchlichen Gemeindeleben, wieauch in der Vereinstätigkeit und in dem sog. neuerwachten Gemeinschaftswesen.

Zu den altbewährten Missions- und Gustav-Adolfs-Vereinen traten inden letzten Jahrzehnten der evangelische Arbeiter- und Bürger-Verein, derevangelische Bund, der evangelische Gesellen-Verein; zu dem schon über50 Jahre bestehenden Jünglings-Verein traten verschiedene Jungfrauen-Vereineund Vereine zum blauen Kreuz, zu dem bald 25 Jahre bestehenden Kirchenchortraten gemischte christliche Gesangvereine hinzu. Ein Teil dieser Vereine fandseit lange und findet noch im evangelischen Vereinshause seine Wirkungsstätten,Versammlungs- und Festlokale, in dem auch seit 10 Jahren ein christlichesSoldatenheim sich befindet. Das über 50 Jahre bestehende Vereinshaus wurdean derselben Stelle an der Friedrichstraße durch einen stattlichen Neubau nachden Plänen von Architekt Hagen ersetzt, der im Juli 1906 eingeweiht wurde undin das als Hausgeistlicher der frühere hiesige lutherische, jetzt pensionierte PfarrerAchilles von Rostock berufen wurde.

Für die von den beiden Pfarrern Girkon und Modersohn besonders inmethodistischem Geiste gepflegte sog. Gemeinschaftsrichtung wurde an der Stein-straße in Eppinghofen ein größerer Betsaal 1906 gebaut und eingeweiht, in dem

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