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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
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wurden die eingegangenen Missionsstunden 1878 wieder aufgenommen und inmonatlichen Abendgottesdiensten gehalten. Außerdem vermehrte sich die Amtsarbeitder beiden Geistlichen durch die Neugründung von 6 Außenkirchhöfen in Styrum,Holthausen, Speidorf, Heißen, Broich und Dümpten 1878—79.

1881 wurden Presbyterium und Repräsentation bei dem Wachstum derGemeinde auf über 6000 Seelen von 9 auf 11 und von 40 auf 60 erhöht. Schwierig-keiten und Mehrarbeit brachte der zunehmende Separatismus, besonders deramerikanische Methodismus mit sich, bis sich auch hier der Reiz der Neuheitverlor und normalere Verhältnisse zurückkehrten. Aus der lutherischen Gemeindetraten von 1874 seit dem Gesetz über den freien Austritt aus der Kirche bis zurfreien Vereinigung der Gemeinden (1887) nur 44 Glieder aus.

Zur Begründung eines noch fehlenden Waisenfonds schenkte der am 3. Sep-tember 1884 verstorbene Rentier Fr. Wilhelm Steinhaus testamentarisch derGemeinde eine Summe von 1000 Mark als Fr. W. Steinhaus-Waisenstiftung.

Der Neubau der lutherischen Kirche, schon in den 40er Jahren wegenihrer Unzulänglichkeit und Baufälligkeit in Aussicht genommen, aber wegen dergeringen Gemeindemittel immer wieder vertagt, wurde in den 70 er Jahren mehrund mehr zum unabweisbaren Bedürfnis. Darum faßte Pfarrer Richter denselbensofort nach seinem Amtsantritt ins Auge. Eine Sammlung ergab einen höchsterfreulichen, überraschenden Ertrag, der mit den früher schon etatsmäßig zurück-gelegten Ersparnissen, mit dem Ablöse-Kapital des früheren Patronats der HerrschaftBroich, sowie dem Resultat einer Verloosung die hohe Summe von 20000 r. =60000 Mark erreichte. Infolge des auf den geschäftlichen Aufschwung wiederfolgenden Rückschlags und industriellen Niedergangs mußte der Beginn des Neubauesvertagt werden. — Mit dem Eintritt des zweiten Pfarrers 1878 machte sich indessendas Bedürfnis eines größeren, würdigeren und gesunderen Gotteshauses an Stelledes unzureichenden, feuchten Fachholzbaues aufsneue geltend, so daß die Vertretung nunmehr 1879zur Inangriffnahme der wichtigen Arbeit mutigund vertrauensvoll schritt. Zu dem auf 70000 Markangewachsenen Fonds wurden 40000 Mark alsAnleihe aufgenommen; eine Bau-Kommissionleitete die nötigsten Schritte ein und wählte ausden eingegangenen Plänen den einfachen, abergeschmackvollen Plan in frühgotischem Stil undBruchsteinbau von Baumeister August Hartelin Krefeld, der für 90000 Mark den Rohbau derKirche fertig stellen wollte. — Im September 1879wurde mit dem Abbruch der alten und dem Bauder neuen Kirche — den Turm nach der Straßen-front, den Chor in den Pfarrgarten — rüstigbegonnen, und letzterer vor Winter bis zurSockelhöhe gefördert. Der Bau wurde bis zumHerbst des Jahres 1880 bis zum Dachstuhlgefördert, und im Frühling und Sommer nebstdem etwa50 Meterhohen schönen, zierlich durch- Kleine evang. Pauli-Kirche

brochenen Turm glücklich — auch im Innern, mit Ausnahme der Chorfenster undder dritten Glocke, sowie der innern Ausmalung — vollendet. Am 30. September 1881

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