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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Das Gehalt betrug zuerst 400, dann 500, zuletzt 600 r., die durch eine Kirchensteuerbis zu 40°/o aufzubringen waren. Mit Eintritt der Hülfsprediger wurden diesonntäglichen Gottesdienste verdoppelt, auch eine öffentliche Catechisation eingeführtund Bibelstunden auf dem Lande, zuerst in Privathäusern, dann in den Schulen zuFulerum und Dümpten gehalten, wo die Mehrzahl der eingewanderten Bergleutesich niedergelassen hatte.

Wie 1845 an Saarn, wurde 1858 an Oberhausen als selbständige Gemeindeein Teil der. betreffenden Gemeindeglieder ohne Entschädigung abgegeben. KüsterHeinrich Vogtenrath wurde 1858 provisorisch, 1861 definitiv angestellt, nachdemseine Familie schon lange über 100 Jahre das Küsteramt verwaltet hatte; seinAnfangsgehalt betrug außer freier Wohnung, Gebühren und Osterumgang 70 r.

1861 wurde mit Ansammlung eines Kirchenfonds begonnen, wozu jährlich100—200 r. zurückgelegt wurden.

Am 24. Februar 1869 feierte der hochbetagte Pfarrer unter allseitiger Teil-nahme sein 50jähriges Jubiläum. Bei seiner zunehmenden Schwäche wurde erEnde 1871 pensioniert. Sein König hatte ihn durch den roten Adlerorden ausge-zeichnet. An seine Stelle trat

17. Hermann Richter (seit 1871) gebürtig aus Düsseldorf. Vor definitiverBesetzung der Pfarrstelle sollte das für beide Teile unzeitgemäß gewordene Patronatabgelöst werden, was nach längeren Verhandlungen zwischen der kirchlichenBehörde, der Gemeindevertretung und dem derzeitigen Besitzer der HerrschaftBroich, Eduard Stöcker, glücklich gelang. Der bisherige Patron zahlte eineAbfindungssumme von 2000 r., die später zum Kirchenbaufonds geschlagen wurden,und verzichtete auf alle Rechte der Besetzung der Pfarrstelle, sowie auf alle fernerenPflichten, so auch auf eine event. Baulast bei einem Neubau; nur behielt er sichden herrschaftlichen Stuhl und einen entsprechenden Raum in der später zuerbauenden neuen Kirche vor. Hierauf konnte die Gemeindevertretung zur Pfarr-wahl schreiten. Am 24. Juli wurde der provisorische Inhaber der Stelle definitivgewählt und am 2. Oktober in sein Amt eingeführt. Im Juli wurde eine dritteKriegertafel mit den 8 aus der Gemeinde im deutsch-französischen Kriege 1870/71Gefallenen aufgehängt und eingeweiht. Ein von Pfarrer Richter 1877 ins Lebengerufener kirchlicher Gesangverein trug zur Hebung und Verschönerung desGottesdienstes bei.

1875 wurden infolge der Zivilstandsgesetzgebung sämtliche Stolgebühren fürAmtshandlungen in der Kirche, sowie für Beerdigungen aufgehoben; zugleichwurden die bisherigen Kirchsitzpächte abgeschafft und alle Kirchensitze, mit Aus-nahme des herrschaftlichen Stuhles und eines Erbsitzes der Familie A. W. Vogt,aufgehoben. Eine 1875 gegründete Gemeindebibliothek wurde gern und fleißigbenutzt. Nachdem 1875—76 ein erneuter Unionsversuch mit der reformiertenGemeinde mißlungen war, schritt die Vertretung zur Begründung einer völligcoordinierten zweiten Pfarrstelle, zu welcher am 11. April

18. Franz Achilles (1878—85) von Hastädt bei Bremen gewählt wurde.Von jetzt an wurden wieder zwei sonntägliche Gottesdienste, sowie eine sonntäglicheBibelstunde auf dem Lande in Styrum, Altstaden, Heißen, Dümpten, Fulerum,Eppinghofen, ferner seit November 1878 eine Sonntagsschule (Kindergottesdienst)neueingeführt, die eine erfreuliche Teilnahme von über 200 Kindern gefunden undbehalten hat; außerdem nahmen die Geistlichen von jetzt ab an den Jünglings-vereinen in Mülheim und Heißen durch Bibelstunden und Vorträge teil; auch

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