zustande, wo es in der Vokationsurkunde Heidesheim, 15. Juni 1734 u. a. heißt:„Wegen seiner angerühmten Gottesgelahrtheit und anderer anständiger qualitätensei magister Rolle gewählt worden." Bei seiner Tüchtigkeit wurde Rolle (geb. inUnna) schon 1740 nach Saarbrücken versetzt, wo er 1780 als Superintendent starb.An seine Stelle trat
12. Friedrich Hermann Kruse (1740—65), 1736 vom Patron beanstandet,jetzt aber bestätigt, um zugleich zu bezeugen, daß der Patron gegen die Persönlichkeitdes Pfarrers auch damals nichts einzuwenden hatte. Gleichzeitig war er 1755—1765Inspektor der Düsseldorfer lutherischen Predigerklasse. 1759 gestattete Graf ChristianKarl Reinhard auf Antrag des Amtmanns Bopp der Gemeinde, das von Theis Krappmit 200 r. belegte sogen. Saarnsche Summen- und Schlachtgeld mittels Entrichtungder 200 r. an den Krapp selbst zu belegen, vorbehaltlich einer jederzeitigen Einlösungdurch den Grafen und seine Erben. Die betr. Jahreszinsen wurden mit 5 r. ^VaStüberbergisch (nahezu 4 r. preußisch) von Broich bis 1872 an den Pfarr- und Kirchenfondsentrichtet. In den 60er Jahren baute die Gemeinde eine feste Bruchsteinmauer umden Kirchhof längs der Delle und der westlichen Seite. Im Mai und Juni 1751grassierten stark die Kinderblattern; September bis Dezember 1761 wütete die Cholera,während französische Truppen im Dorfe lagen, sodaß z. B. eine Leiche von derTeinerstraße hinten herum durch Wertgäßchen, Pastorsgarten und Pastorathaus zumKirchhof gebracht werden mußte. Kruse starb am 5. Januar 1765. Auf ihn folgte
13. Ludwig Daniel Drullmann (1765—1773). 1769 verlangte die HerrschaftVorlegung aller Dokumente und Verbriefungen über den berechtigten Genußherrschaftlicher Gütergefälle und Renten, Hofpächte, Schlachtgelder usw. binnen10 Tagen an die Broicher Rentei, wahrscheinlich wegen erblicher Auseinandersetzung.1766 war nämlich Christian Karl Reinhard von Leiningen gestorben; undErbin von Broich wurde die zweite von seinen sieben Töchtern, Marie LuiseAlbertine Landgräfin von Hessen-Darmstadt, geb. 1729 f 1818. PastorDrullmann starb am 12. November 1773. Sein Nachfolger wurde
14. Johann Waitz (1774—1775). Auf diesen folgte
15. Georg Wilhelm Friedrich de Groote (1776—1819). Neben seinemPfarramt unterrichtete er die Jugend in Sprachen und höheren Schulwissenschaften.Er war ein Original, ein ehrlicher Rationalist aus alter Schule, der ebensogut alsHofmann zur Jagd ging, wie die Kranken, die er wegen seiner Schwäche nicht mehrbesuchen konnte, versichern ließ, daß seine tägliche Fürbitte ihnen denselben Dienstleiste. Treu in seiner Arbeit ließ er sich in seinen letzten Jahren oft in einemSessel zur Kirche tragen, wo er, vor dem Altare sitzend, predigte und den Gottesdienstverrichtete. Von seiner Gelehrsamkeit geben die ausführlichen lateinischen Überschriftenüber den Eintragungen in den Kirchenbüchern Zeugnis. Kleinere Kollisionen beiAmtshandlungen mit der reformierten Gemeinde kehren in den Kirchenbüchern abund zu wieder, ebenso ernste Vermahnungen und strenge Kirchenzucht bei sittlichenVergehungen. Noch strenger war diese Zucht allerdings in der reformierten Gemeinde,wo z. B. die heute nur noch in England bestehenden Eheverbote zwischen Schwagerund Schwägerin in Geltung waren. Während de Groote's Amtszeit fiel der zwei-malige Sommeraufenthalt der Besitzerin von Broich mit ihren Enkelinnen, denPrinzessinnen Luise und Friederike 1787 und 1791. Noch heute leben im Gedächtnisviele rührende Züge ihres landesmütterlichen, menschenfreundlichen und mildenSinnes. Regelmäßig besuchte sie mit den Prinzessinnen den Gottesdienst, meist
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