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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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als Gehülfen und Vertreter zur Seite hatte. Am 12. Oktober 1876 wurde zumvierten Pfarrer der bisherige Hülfsprediger

33. Friedrich Kinzenbach gewählt. An dessen Stelle trat in den bisherigenAußenbezirken nunmehr der frühere Kandidat Gräber, der unterdessen ein halbesJahr als Gefängnisprediger in Dortmund gewirkt hatte. Gleichzeitig wurden diebeiden bisherigen Hülfspredigerstellen in 2 vollständige Landpfarrstellen umgewandelt,so daß nunmehr

34. Ernst Wetzmüller seit 1876 und

35. Wilhelm Gräber (gewählt 18. Januar 1877) die 5. und 6. Pfarrstelle derGemeinde bekleideten. So war allmählich den wachsenden Bedürfnissen derGemeinde nach langjährigen Verhandlungen durch Vermehrung der geistlichenKräfte tunlichst Rechnung getragen; doch trat nun eine neue wichtige Fragebesonders an die Außenbezirke heran: für Beschaffung würdiger gottesdienstlicherRäume (Gotteshäuser und Pfarrhäuser an Stelle der ungenügenden Schulräume, indenen die Gottesdienste bisher stattfinden mußten) Sorge zu tragen. Auch dem inden 70 er Jahren eindringenden Sektenwesen, besonders dem amerikanischenMethodismus, der 1876 hier eine Kapelle auf der Hingbergstraße baute, wurde durchVermehrung der geistlichen Kräfte und bessere Verteilung der geistlichen Arbeitentgegengearbeitet. Mit der am 1. April 1878 ins Leben tretenden Einrichtung der3 Landbürgermeistereien trat auch die kirchliche Abzweigung in ein weiteres Stadium,indem die neuen Außenkirchhöfe für die Gemeinden Heißen, Holthausen, Styrum,Broich, Speidorf im Herbste 1878 eingeweiht wurden, denen nach längeren Ver-handlungen 1879 auch die Anlage eines neuen Kirchhofes in Dümpten folgte. MitBeginn des Jahres 1879 übernahm Pfarrer Kinzenbach fortan die Pastorierung desselbständigen Gemeindebezirkes Broich und Speidorf, während Pfarrer Gräber nunden umfangreichen Bezirk von Heißen, Fulerum und Winkhausen allein erhielt, sodaß von da an 3 Stadtpfarrer und 3 Landpfarrer an der Gemeinde wirkten.

In den Jahren 1880—81 wurden die Beratungen zur Selbständigkeit undAbzweigung der Außengemeinden fortgesetzt, indem der Bau von drei Gotteshäusernin Heißen, Styrum und Speidorf in Aussicht genommen wurde. Nach PfarrerStursbergs Tode wurde 1882

36. Gerhard Klingenburg (geb. in Kettwig) von Caternberg bei Essenzum dritten Stadtpfarrer gewählt. Gleichzeitig traf die Genehmigung zum Bau derLandkirchen ein, der unter 35 Bewerbern dem Bauunternehmer Heinr. Volkenbornhier übergeben wurde. Schon im Sommer wurden die Grundsteine gelegt, am16. Oktober 1883 wurde die Kirche in Styrum, am 24. Oktober desselben Jahresdie in Heißen und am 22. November die in Speidorf eingeweiht. In diese Zeit fielam 10. und 11. November das denkwürdige 400jährige Lutherjubiläum, das gleichsamschon als vorbereitender Hinweis auf'die Vereinigung durch eine gemeinsame Feierseitens beider Gemeinden begangen wurde. Schon während des Baues der 3 Land-kirchen waren die vor zwei Jahren von Heißen angeregten und damals abgelehntenAbzweigungsanträge von der Stadt wieder aufgenommen worden, verbunden mitdem Antrag der Anstellung eines Pfarrvikars für Dümpten, zu welch letzterem dieGemeinde 1000 Mk. zulegen wollte. Doch erst 1885 wurden die Verhandlungenüber die Abzweigung, bis dahin noch nichts weiter gefördert, diesmal mit besseremErfolge wieder begonnen, indem durch den Weggang des Pastors Achillesvon der lutherischen Gemeinde im Herbst 1885 die Frage der Vereinigung beiderGemeinden wieder auftauchte und in Verbindung mit der ersteren die definitive

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