Der Bau in Bruchsteinen wurde nach den Plänen des Baumeisters Flügge vonEssen durch den hiesigen Bauunternehmer Döring für die Summe von 70000 r.hergestellt und bietet in der innern erweiterten Form nun über 2000 Personengenügenden Platz. Die Kanzel, Taufschüssel und Abendmahlsgeräte sindStiftungen von Fräulein Gertr. Schmits. Die letzten Jahre seines Lebens beschäftigteStursberg die Gründung und Einrichtung des schönen Schmits-Waisenstiftes an derDohne, das ähnlich wie das Vereinshaus größtenteils durch großartige Schenkungendes Fräulein Gertr. Schmits ins Leben gerufen wurde. Nach langährigem Leidenwurde er 1881 abberufen.
Wie den vier Pfarrern Pithan, Otterbein, Engels und Wolf, so errichtete dieGemeinde auch ihren vier Predigern Schulz, Keller, Wolf und Stursberg, die jahr-zehntelang gleichzeitig in der Gemeinde gewirkt, ein gemeinsames größeres Denkmalauf dem neuen Friedhof.
In die Amtszeit der vier Geistlichen fiel auch die zweite Abgrenzung einerAußengemeinde (1845 Saarn), nämlich von Oberhausen.
An Pfarrer Kellers Stelle wurde 1874
31. Wilhelm Hannesen (geb. in Ruhrort) zum vierten Pfarrer der Gemeindegewählt. Seit dieser Zeit, wo die drei älteren, zeitweise leidenden Geistlichenmehrfacher Kandidatenhülfe bedurften, auch die Gemeinde infolge der Hebung desgewerblichen Lebens in den 70 er Jahren bis zu 25000 Seelen in Stadt und Landanwuchs, begannen die jahrelangen Beratungen und Versuche betreffs bessererVerteilung der geistlichen Arbeit, Vermehrung der geistlichen Kräfte und derallmählichen Abzweigung der Gemeinden in den Außenbezirken.
Die äußerst schwierigen Bemühungen erhielten durch die Teilung derbisherigen Landbürgermeisterei Mülheim in die 3 Bürgermeistereien Broich, Heissenund Styrum mit besondern Verwaltungssitzen auf dem Lande 1878 weiteren lebhaftenAnstoß und Förderung. Aber erst nachdem die Vereinigungsfrage beider Gemeindenseit 1885 mit den Bemühungen um definitive Abzweigung von Außengemeinden inVerbindung trat, konnten im Herbst 1887 beide Fragen gelöst und das erwünschteDoppelziel zu fast allseitiger Genugtuung erreicht werden. Die Umgestaltung derfrüheren Gemeindeverhältnisse sei hier kurz angegeben. Kurz vor Einführung desvierten Pfarrers im Jahre 1874 wurde wegen der starken Zunahme der Gemeindezugleich eine Hülfspredigerstelle gegründet und mit dem Kandidaten ErnstWetzmüller von Holthausen besetzt, dem nach der Einführung des vierten Pfarrersim Herbst 1874 der Bezirk Styrum-Alstaden überwiesen wurde. Da der zweitePfarrer Wolf infolge eines Schlaganfalles seit mehr als einem Jahre leidend gewordenund eines Stellvertreters (Hülfsprediger Grünschlag) längerer Zeit bedurft hatte,trat derselbe am 1. Januar 1876 in den Ruhestand und erhielt zu seinem Nachfolgerals vierten Pfarrer den bisherigen Seminarlehrer von Soest
32. Gustav Wilhelm Gruber (gebürtig aus Schlesien), der 1877 eingeführtwurde. Gleichzeitig wurde, da die Seelenzahl in Stadt und Land auf nahezu 30000angewachsen war, eine zweite Hülfspredigerstelle begründet, und für dieselbe derKandidat Friedrich Kinzenbach von Wetzlar gewählt. Es wurden demselben alsAmtsbezirk die Gemeindeteile in Speidorf, sowie Heißen, Fulerum und Winkhausenüberwiesen, in denen er abwechselnd sonntäglich zu predigen hatte. Ein neuerWechsel in den Pfarrstellen der Gemeinde trat durch die Emeritierung des ehrwürdigenSeniors Schulz ein, der schon während der letzten Jahre den Kandidaten Gräber
144