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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
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verlangt und auch meist durchgeführt. Nach Pithans und Otterbeins Tode wurdenan ihre Stelle gewählt

24. Joh. Heinr. Wolf (1808—42), und

25. Joh. Gerh. Engels (1808—14). Vom Jahre 1809 an wurde auch in derSaarner Kapelle abwechselnd Gottesdienst gehalten. Unter französischer Herrschaftwurden durch das Düsseldorfer Ministerium 1809 die Leichenpredigten wegen einzelnervorgekommener Mißbräuche verboten. Die Bemühungen der beiden Prediger inDüsseldorf, dies Edikt wieder aufzuheben, blieben zunächst vergeblich; docherreichte man durch mündliche Vorstellungen der beiden Prediger bei demArondissementspräfekten Frhr. von Sonsfeld, daß jene Verfügung zurück-genommen wurde, und die Begleitung der Leichen wieder stattfinden dürfte; jedochwurde den Küstern größte Vorsicht, Pünktlichkeit und Vermeidung aller Anstößedringend empfohlen. Zur Deckung der vielen Schulden der Gemeinde wegenKohlenbedarf und Pfarrhauskauf in der Delle wurde die 1808 zum Besten desKirchenfonds gebaute Chorbühne in der Kirche größtenteils verpfändet, deren hintersteBank Caspar Troost für 500 r. kaufte, während er auf die übrigen Sitze 1500 r. zu4% der Gemeinde lieh.

1812 wurden die gesprungenen Glocken von dem Glockengießer Rinker inLeun bei Braunfels für 900 r. umgegossen. Die beiden umgegossenen Glockenwogen 5000 und 2300 Pfd.; der Guß gelang zur vollen Zufriedenheit. Die Töneder Glocken sind: Cis-Contrebaß, Dis-Baß und F-Tenor, so daß eine vollständigeTerz hervorgebracht ward. Besonders kunstfertig und gelungen war der Guß, weildie mittlere, nicht umgegossene Glocke den Grundton geben und die andern zweidanach ganz genau geformt werden mußten.

Am 12. November 1812 wurde endlich auch der neue Friedhof auf derKettwigerstraße unter großer Beteiligung der Municipalität, des Kirchenvorstandesund der Gemeinde durch die drei ref. und den luth. Prediger eingeweiht.

Nach Joh. Gerh. Engels Tode wurde 26. Joh. Peter Neumann (1816—1819)zum dritten Pfarrer gewählt. Während der Jahre der Freiheitskriege wurdenBetstunden an Mittwoch Abenden abgehalten. Da diese viel besser als die vorherüblichen Freitag vormittags gehaltenen Predigten besucht wurden, wurde beschlossen,statt der Wochenpredigt die Mittwochabendgottesdienste, die bis heute gebliebensind, beizubehalten.

Durch Gemeindestatut wurde bestimmt, daß fortan der Seelenzahl entsprechenddie Stadt mit 4000 Seelen 24 Repräsentanten, die 6 Honnschaften mit 6000 Seelen36 Wähler stellen sollten, und daß auch diesem Verhältnis entsprechend die Beiträgezum Predigergehalt aufgebracht werden sollten. Darauf wurde am 15. Dezember

1819 der noch jugendliche Kandidat

27. Eduard Schulz (1820—1876) einstimmig gewählt (geb. 1796), der einigeJahre als Hauslehrer in der hiesigen Familie Michels gewirkt und durch einzelnePredigten sich die allgemeine Zuneigung der Gemeinde erworben hatte. Schon

1820 beantragte die Gemeinde Saarn Abtrennung von Mülheim und die Gründungeiner neuen Gemeinde. Die Sache zerschlug sich und kam erst 1845 zur Ausführung-

1822 wurde ein zweites Pfarrhaus, gegenüber dem ersten an der Teinerstraßefür 4400 r. gebaut. Auch das erste sehr baufällige Pfarrhaus wurde für 3600 r. neu gebautund dazu wieder eine Sammlung freiwilliger Gaben veranstaltet.

1830 regte Pfarrer Schulz mit den beiden älteren Kollegen und demlutherischen Pfarrer Vogt monatliche Missionsstunden an, die abwechselnd von den

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