Kirchenältesten Michels, Jakob Peter Schmitz, 250 r., welche großen, sehr zeit-gemäßen Gaben mit herzlichem Danke entgegengenommen wurden; denn eineReparation am Gewölbe im Chor und der Bau zweier neuer Schulen nahmen damalsdie Kräfte der Gemeinde derart in Anspruch, daß eine Schuldenlast von 980 r. blieb,die durch Kollekten, freiwillige Gaben und Erlös von Kirchensitzmiete, Gräberverkauf etc.größtenteils gedeckt wurde.
1795 wurde, da die Gemeinde und die Bedürfnisse in ihr bedeutend gewachsen,auch der häufige Wechsel des Wochenpredigers nachteilig war, beschlossen, dieWochenpredigerstelle in eine dritte Pfarrstelle umzuwandeln, und wurde der bisherigeWochenprediger
23. Karl Johann Engels (1795—1844) zum dritten Pfarrer einstimmig gewählt.Die zur Fundierung der dritten Stelle freiwillig gesammelten Gelder von über 3500 r.wurden als Hypotheken auf Grundstücke sicher gestellt. Der dritte Prediger solltein Amtswochen sowie Hausbesuchung und Schulleitung mit den zwei Kollegen fortanregelmäßig abwechseln.
Der 1797 aus dem Überschuß der für die dritte Pfarrstelle gesammelten Gelderbeschlossene Neubau eines Pfarrhauses wurde infolge eines bedauerlichen Vorfallesaufgegeben. In der Nacht vom 20. auf 21. April war nämlich das etwas einsam vordem Dorfe im Garten des jetzigen ersten Pfarrhauses am Ende der Teinerstraßegelegene alte Pastorat von einer 50—60 Mann starken Räuberbande umstellt undgeplündert worden, wobei der Bewohner, der schon ältere Prediger Pithan, trotzmutiger Gegenwehr schwer verwundet und mißhandelt worden war. Es wurde aufVorschlag desselben von dem noch weiter vom Ort auf der Dohne projektiertenPfarrhausbau abgesehen, zumal Prediger Pithan selbst behufs Erleichterung seinerGeschäfte 1000 r. spendete. Unterdessen wurde die Sammlung zur Erwerbung einesneuen Hauses bis zur Höhe von 2300 r. fleißig fortgesetzt. Als drittes Pfarrhauswurde das Haus in der Delle neben der lutherischen Kirche für 5600 r. erworben,das aus dem Eichholze'schen Nachlasse stammend, einem gewissen Vogt gehörte,von dem es der Bruder des Predigers Pithan für die Gemeinde gekauft hatte.
1799 teilten die Bergwerksinteressenten mit, daß bei der drückenden Lagedes Bergbaues die bisher den Predigern gewährte kostenfreie Lieferung der Kohlenzu schwer würde, worauf nach längeren höflichen Verhandlungen 34 hervorragendewohlgesinnte Gemeindeglieder durch freiwillige jährliche Zeichnungen 74 r. zurBeschaffung des berufsmäßig freien Kohlenbrandes der Prediger aufbrachten.
Ende Dezember 1799 wurde auch der Grundstock zu der segensreichenPrediger-Witwenkasse durch die in Elberfeld verstorbene Schwiegerin des PfarrersPithan, die Jungfer Helene Marie Wicheishausen mit 400 r. gelegt, die in diesemJahrhundert durch jahrzehntelangen Zinsenzuwachs sich in erfreulicher Weise ver-mehrte. Joh. von Eiken schenkte zu der Stiftung 400, zum Waisenfonds 250,und 100 r. für die Armen. Mühlenbeck in Saarn schenkte 200 r. für die Waisen.
Da 1802 bei der Grenzverteilung zwischen Mülheim und Holthausen auf derDimbeck der Platz, wo früher die Antoniuskapelle gestanden, zuletzt wüst gewordenund dem Adam Witthaus zugeteilt wurde, verpflichtete sich dieser, für das drittePastorat, dem die Antoniusrente zufloß, jährlich 1 r. oder als Ablösung 50 r. zu zahlen.
Die sogen. Gottesheller, d. h. Abgaben bei erheblichem Ankauf von Ländereienzum Besten der Armen an die Gemeinde, wurden hie und da von Käufern zuweigern versucht; doch wurde die Zahlung stets energisch von den Vertretern
141