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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Die Pfarrkirche selbst, die in einer alten Urkunde noch einKirksken"genannt wird, ist, wie ihre verschiedene Bauart zeigt, jedenfalls allmählich inlängeren Zwischenräumen erbaut und in ihrer bis zum Um- und Ausbau 1870vorhandenen Gestalt jedenfalls vor Anfang des 30jährigen Krieges vollendet worden,da seitdem nichts mehr vom Bau an derKirche in den Gemeindeprotokollen undRechnungen vorkommt. Der aus Bruchsteinen(Kohlensandstein) aufgeführte fünfstöckigeTurm, der neben dem Chor als ursprünglicheTeile des alten Baues geblieben ist, stammtaus dem 15. Jahrh. Die Steine zum Bau vonKirche und Turm sollen, wie die zumBau des Schlosses Styrum, aus dem längstverschütteten Steinbruch im sogen. Papen.büschchen in Mellinghofen genommen wordensein. Ein anderes gottesdienstliches Gebäudeaußer der Pfarrkirche war die auf derDimbeck, auf den Grundstücken des Priester-hofes stehendeAntoniuskapelle", an dienoch die im Volksmunde nicht ganz vergessenenNamenTönneskerksken, Papenhof, Papen-büschchen, in der Klüse (Klause)" erinnern,während die Baulichkeiten bis auf geringeMauerreste ganz verschwunden sind. Diedieser Kapelle zugewiesene Rente wurde beider Reformation durch die Patronatsherrschaft

eingezogen Und ZUr Fundierung der Hülfs- Größere reformierte (Petri)-Kirche. (1892.)

predigerstelle an der reformierten, sowie später der Pfarrstelle an der lutherischenGemeinde mit verwandt.

II. Die Zeit der Reformation.

Die Zeit der Annahme der reformatorischen Lehre ist für Mülheim und dieHerrschaft Broich nicht genau zu bestimmen, da die hiesigen Kirchenarchive und dasLandesarchiv in Düsseldorf weder über die Art der Einführung noch über die Namender ersten evangelischen Geistlichen Genaueres enthalten. Jedenfalls steht Mülheim,wie auch Düsseldorf 1 ), nicht in der Reihe der rheinischen Gemeinden, die schon inden ersten Jahrzehnten der Reformation in den entscheidenden Geisteskampf desJahrhunderts eintraten. Nach einer Überlieferung soll 1555 am 3. Tage nach Ostern 2 )der gemeinsame Übertritt der ganzen Gemeinde zum evangelischen Bekenntnisstattgefunden haben. Mit diesem Zeitpunkt stimmt ungefähr, daß in einem 1744auf Grund der Akten angefertigten Verzeichnis der Prediger als erster 1554 JohannesKremer genannt wird. Sichere Urkunden weisen erst auf das Jahr 1589 hin, inwelchem der Bestand des reformierten Bekenntnisses schon als länger vorhandenvorausgesetzt ist.

*) Siehe Natorp, Geschichte der evangelischen Gemeinde Düsseldorf 1888 S. 5.3 ) Hierauf soll die Inschrift:Anno domini am Donnerstag nach Paschen" auf einem in deräußeren Mauerseite zwischen der großen und kleinen Kirchtür eingemauerten Stein hindeuten.

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