bedeutenden Stiftungen und Schenkungen. Die Kirche besaß bis zur Reformationaußer dem Hauptaltare noch 3 Altäre zu Ehren der göttlichen Dreifaltigkeit, desApostels Johannes und der Jungfrau Maria. Die noch vorhandene Stiftungs-Urkundedes Muttergottes-Altars datiert vom 13. März 1422. Nach einer Urkunde vomJanuar 1432 wurden von 2 Junkern Gadert von Limburg und Johann von Limburg,genannt Oestrik, der Kanonikus zu St. Gereon in Köln war, 3 Morgen Land inHeißen an den Pastor Heinr. Kudenhorst mit der Bestimmung verkauft, daß derErtrag je zur Hälfte für den St. Johannes- und Muttergottes-Altar verwandt werdensollte. 1442 wandte Theodor von der Molensiepen dem Marienaltar einejährliche Rente, bestehend aus einem Malter Weizen und einem Malter Gerste, ausseinem Gute Ober-Broich zu mit der Verpflichtung, bei der Messe und dem Gebeteine Fürbitte für den Stifter und die Seinigen einzulegen,
1473 kam eine weitere Stiftung für diesen Altar von Wilhelm von Limburgund Styrum und seiner Gemahlin Agnes hinzu, die 1 Gulden aus ihrem in Epping-hofen gelegenen Gute Falkenstein, wie es in der Urkunde heißt, „Zur Seligkeitunserer Seelen und zur Beförderung der Verehrung der Gottesmutter Maria"bestimmten: „gegeven to selligkeit unser seylen ind betterynge to Möllern in derKerken vor unser leyven vrouwen gebelde in oerem koer alle saterdage in der vasten."
1457 hatte die edle Jungfrau Wonzet (Bonizetta) von Sassenberg undLimburg 1 Gulden Rente aus ihrem Gute Klein-Eynartsgut gestiftet.
Der Altar der Dreifaltigkeit war ebenfalls eine Stiftung der limburgischenGrafenfamilie, die nach einer vorhandenen Urkunde kraft ihres Patronatsrechts einenPriester der Kölner Erz-Diözese namens Custodis zum Rektor dieses Altarspräsentierte; letzterer erhielt die Investitur laut beigehefteter Originalurkunde durchden damaligen, aus der Diözese Utrecht stammenden Pastor Lubbertus Ede. Vonspäteren Stiftungen sind noch erwähnenswert die Schenkung von 2 Kotten zuKettwig vor der Brücke laut Urkunde von Johanni 1381, die ein Dietrich vonElverfeld, namens Sobbe, nebst seiner Ehefrau Else zum Zwecke eines Jahr-gedächtnisses vermachte. Die Kirche sollte davon beziehen: „eynen halven verdelWyns, seß pennych voert broet myt vier kertzen, jeder kertze van eynen halvenpunt wast".
1418 stiftete die Witwe von Dietrich von Limburg, Gertraud Wanner,3 Messen für eine halbe Mark Duisburger Geld und l x /2 Pfd. Wachs, die aus ihrem GuteKrumpmann bestritten werden sollten, und wovon der Pastor sowie der das Jahr-gedächtnis einläutende Küster je 6 Pfg. erhalten sollten, während der Rest desGeldes dem sogen, „ewigen Vikar" zufloß, der für die rechtzeitige Abhaltung derMessen Sorge zu tragen habe. Das gestiftete Wachs solle zu'4 bei der Messebrennenden Kerzen, der Rest zum Gebrauch vor dem Sakrament verwandt werden.
Am wichtigsten war die Gründung des Altars der Maria, die damals inMülheim anscheinend besonders verehrt wurde und auch bis heute die besonderePatronin der katholischen Gemeinde geblieben ist. — Ihr Bildnis trägt den Kirchen-stempel der katholischen Gemeinde auch heute noch. Für die katholische Gemeindewar diese Urkunde besonders auch darum wichtig, weil die Stifter, die Grafen vonLimburg, sich das Recht vorbehielten, daß die Güter dieser Stiftung weder verkauftnoch zersplittert werden, auch nicht der Kirche oder dem Altar als Eigentum verfallen,sondern dem Hause Styrum so verbleiben sollten, daß, wenn später die Kapelleauf dem Schlosse Styrum eingerichtet würde, die ganze Stiftung dorthin gezogenwerden und der Kapelle verbleiben sollte.
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