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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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wurde ein Wasserbehälter an der Vehlauerstraße in Fulerum erbaut, der Anfang1908 in Betrieb gekommen ist. Gleichzeitig wurde 1907 zur Verbesserung der Druck-verhältnisse auf der linken Ruhrseite ein neues Druckrohr durch*die Ruhr verlegt.

In der Elektrizitäts-Versorgung stieg die Zahl der Abnehmer von 183 im Jahre1904 auf 500 im Jahre 1907; die Zahl der abgegebenen Kilowattstunden, welche imJahre 1904 = 233.750 betragen hatten, erhöhte sich im Jahre 1905 auf 514135,1906 auf 739633 und wird im Jahre 1907 auf mehr als 1000000 steigen. Die Ent-wicklung der Stromabgabe macht hiernach trotz der gleichzeitig erheblich gestiegenenGasabgabe gute Fortschritte. Da die Stadtgemeinde den Strom von dem Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke bezieht, hat sie sich nebst anderen Gemeinden andiesem Werke durch Übernahme von Aktien beteiligt.

Bei der Straßenbahn wurde, nachdem die Betriebsmittel, insbesondere die Zahlder Motorwagen, verstärkt waren, auf der Strecke nach Heißen der 772-Minutenverkehreingeführt. Im Jahre 1906 konnte durch das Anwachsen des Verkehrs zum erstenMal ein, wenn auch geringer, Nettoreinüberschuß erzielt werden.

Außer diesen gewerblichen Betrieben verdienen zwei andere städtische Unter-nehmungen an dieser Stelle erwähnt zu werden, nämlich die städtische Sparkasseund der städtische Schlachthof. Für beide sind Neubauten beschlossen worden.^ Beider Sparkasse ist mit den Bauarbeiten am Viktoriaplatz bereits begonnen worden,während für den Schlachthof, der auf dem früher Biesgen'schen Gelände errichtetwerden soll, die Projektbearbeitung der Vollendung entgegengeht.

Zur Vervollständigung der Militärbauten wurde auf den Wunsch der Militär-verwaltung ein Bezirkskommandogebäude errichtet und dem Militärfiskus vermietet;auch mußte ein neuer Exerzierplatz, da der alte der Militärverwaltung nicht mehrgenügte, bereit gestellt werden. Das erforderliche Gelände wurde in dem SaarnerBezirk erworben.

Nicht weit von dem erwähnten Gelände, nämlich in dem angrenzenden Broich-Speldorfer Walde hatte die Stadt schon vorher im Jahre 1904 eine Anzahl Grundstücke,undzwar insgesamt etwa 200 Morgen zu dem Zwecke erworben, um dadurch diein diesem Gebiete eingeleitete Zusammenlegung der zerstreuten Waldparzellen zuerleichtern. Diese Zusammenlegung ist inzwischen ausgeführt worden; auf derGrundlage der dadurch geschaffenen Besitzstände hat sich unter dem Namen Broich-Speldorfer-Wald- und Gartenstadtaktiengesellschaft eine Terraingesellschaft gebildet,welcher die Stadt mit dem größten Teile ihres Besitzes beigetreten ist. Die Gesellschaftbeabsichtigt, den^Wald für die Ansiedlung zu erschließen, jedoch in solcher Weise,daß dabei der Waldcharakter des Geländes dauernd gewahrt bleibt.

Außer bei den genannten Unternehmen ist die Stadt ganz neuerdings nochbei einem anderen ebenfalls als Aktionär eingetreten, und zwar bei der neugegründeten Solbadaktiengesellschaft Raffelberg, welche im nächsten Jahremit derErrichtung ihrer Anlagen, eines Kur- und eines Badehauses, auf einer 30 Morgengroßen Waldfläche nahe der Monning zu beginnen gedenkt. Infolge des Zustandekommens dieses Unternehmens wird gleichzeitig eine bisher schon vorhandene undvon der Stadt unterstützte gemeinnützige Einrichtung, die jetzige KinderheilanstaltAlstaden, die Möglichkeit erhalten, ihren Betrieb auf das schöner gelegene Geländedes Raffelberges zu verlegen.

Dank der Mildtätigkeit hochherziger Geber sind der Stadt weitere bedeutendegemeinnützige Einrichtungen zuteil geworden. Obenan stehen die Schenkungen derEheleute Dr. Hermann Leonhard und Margarete geborene Stinnes, die der Stadt eine

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