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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
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hat, sind die auf besonderen Gebieten getroffenen Einrichtungen. So wurde derHaushaltungsunterricht für Mädchen erweitert und der Handfertigkeitsunterricht fürKnaben gefördert, ferner Hülfskiassen für Schwachbegabte und Kurse für Stotterereingerichtet und bei den neuen Schulen Schulbrausebäder vorgesehen, deren erstesbei der in Styrum erbauten Schule in Gebrauch kommen wird. Für die Aufbesserungder Gehälter der Lehrpersonen wurde, nachdem bei der Eingemeindung alle Lehr-personen im Gehalte gleichgestellt waren, durch Erhöhung des Grundgehalts undder Mietsentschädigung Sorge getragen.

Von ganz besonderer Bedeutung für die Zukunft sind die Entschließungen,welche die städtischen Behörden hinsichtlich der höheren Knabenschulen zu fassenhatten. Schon lange war das vorhandene, mit einer Realschule verbundene Gymnasiumüberfüllt. Wie in dem Abschnitt über das Schulwesen näher dargelegt wird, ist esgelungen, mit dem Staate ein Abkommen zu treffen, nach welchem in Mülheim künftigalle drei Arten der höheren Lehranstalten, nämlich Gymnasium, Realgymnasium undOberrealschule vertreten sein werden.

Auf dem Gebiete des Mädchenschulwesens ist das Ergebnis der bei denStaatsbehörden schwebenden Verhandlungen über beabsichtigte Reformen abzuwarten.Inzwischen ist die hiesige Anstalt durch Verstärkung des Lehrpersonals und Schaffungweiterer Unterrichtsräume verbessert worden.

Bei der Fülle der Aufgaben auf dem Gebiete des Unterrichtswesens hat esnicht ausbleiben können, daß die Aufwendungen für dasselbe erheblich gestiegensind. Während die Ausgaben nach dem Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 19041036057 Mk. betragen, weist der Haushaltsplan für 1907 deren bereits 1391403 Mk. nach.

Eine erhebliche Ausgestaltung hat auch die gewerbliche Fortbildungsschuleerfahren, da die Pflicht zum Besuche der Schule auf die Fabrikarbeiter ausgedehnt, undder Schulbezirk durch die Einbeziehung der Bezirke Styrum und Broich erweitert wurde.

Verfolgt man weiter die Ereignisse, welche auf dem kommunalpolitischenGebiete ins Auge fallen, so ist aus dem kurzen Zeitabschnitt seit dem Jahre 1904zunächst die weitere Ausgestaltung der städtischen gewerblichen Betriebe (Gas-Wasser- und Elektrizitätswerk, Strassenbahn) bemerkenswert,

Eine erhebliche Erweiterung erfuhr das Gaswerk. Nachdem die Gaserzeu-gungsanlagen in Styrum und Broich sogleich nach der Eingemeindung stillgelegtund die Gaserzeugung in dem alten Mülheimer Werk zentralisiert war, wurde dasVersorgungsnetz im eigenen Stadtgebiet erheblich erweitert und ferner auf das Gebietder Gemeinde Dümpten, mit welcher ein Gaslieferungsvertrag abgeschlossen wurde,ausgedehnt. Um die Leistungsfähigkeit des Werkes zu erhöhen, wurde u. A. einneuer Gasbehälter von 30000 Kubikmeter nutzbarem Inhalt erbaut. Auch wurde einAnschluss an die Koksofengasleitung der Firma Thyssen & Co. hergestellt, welchees ermöglicht, auch aus dieser Gas zu beziehen. Zur Verbesserung der Gaszufüh-rung nach dem neuen Stadtteil Saarn sowie auch nach dem im Ausbau begriffenenKahlenberggelände wurde eine Gasferndruckleitung angelegt.

Beim Wasserwerk entschloss man sich, durch die Erfahrungen in dem trockenenSommer 1904 veranlaßt, zu einer abermaligen Erweiterung der Wassergewinnungs-anlagen durch Herstellung von 6 weiteren Rohrbrunnen. Um den Klagen überungenügenden Druck in den hochgelegenen Teilen der Bürgermeisterei Heissen zubegegnen, wurde 1905 eine dritte Druckzone gebaut, die durch eine im KreuzfelderWasserturm aufgestellte elektrische Pumpanlage versorgt wird. Da es sich jedochals nicht zweckmäßig erwies, ohne Ausgleichbehälter in dieser Zone zu arbeiten,

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