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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Dabei sind 260000 Mark, die aus Anleihemitteln außerordentlich beschafft wordensind, nicht mitgerechnet. Nicht hierin enthalten sind ferner die Kosten der in großemUmfange durchgeführten Straßenerbreiterungen, Bürgersteiganlagen und Kanalisationen(insgesamt für alle drei Zwecke in den vier Jahren 825000 Mark), wozu Beiträgevon den Anliegern erhoben wurden. Auch fallen unter die obigen Aufwendungennicht diejenigen Beträge, welche von Unternehmern zum Zwecke der Aufschließungihrer Grundstücke gemacht worden sind, d. s. rund 370000 Mark. Erfreulicherweisehat die private Unternehmung auf diesem Gebiete in wachsendem Maße eingesetzt.Dies ist besonders in den letzten Jahren hervorgetreten, nachdem durch Errichtungeiner städtischen Grundrentenanstalt, dem ersten derartigen Institut in Preußen,den Grundbesitzern die Kapitalbeschaffung erleichtert worden ist. Der Zweck diesesInstituts, das bereits im ersten Jahre des Bestehens vielseitig in Anspruch genommenwurde, geht außerdem besonders dahin, denjenigen Haus- und Grundbesitzern, welchegesetzlich zur Zahlung von Straßenbaukosten, Bürgersteig-, Straßenerbreiterungs-sowie Kanalisationsbeiträgen verpflichtet sind und hierfür größere Beiträge aufeinmal aufbringen müssen, die Aufbringung durch Übernahme der Beträge gegeneine Rente zu erleichtern.

Um den Anbau und den Verkehr in dem neuen Gesamtgebiete der Stadtgemeindein die richtige Bahn zu lenken und für das Bedürfnis der Zukunft, insbesondere auchfür den Durchgangsverkehr Vorsorge zu treffen, mußte die Ausarbeitung nacheinheitlichen Gesichtspunkten aufgestellter Baupläne in Angriff genommen werden.Die auf diesem sowie auf allen übrigen vorbezeichneten Gebieten des Straßen- undWegebaues, bei der Kanalisation, bei Brückenbauten etc. erforderlich gewordenenArbeiten haben sich allmählich so umfangreich gestaltet, daß, a]s daneben nochzugleich ungewöhnlich umfangreiche Aufgaben auf dem Gebiete des Hochbaueshinzutraten, eine Teilung des städtischen Bauamtes in eine Tiefbau- und Hochbau-abteilung stattfinden mußte. Im Jahre 1906 wurde diese Teilung durchgeführt undzum Leiter der Hochbauabteilung der neugewählte Beigeordnete Helbing bestellt,während die Tiefbauabteilung unter der Leitung des bisherigen BeigeordnetenLinnemann verblieb. Da gleichzeitig das Beamtenpersonal verstärkt wurde, stehendie städtischen Bauabteilungen nunmehr den sie erwartenden großen Aufgabenwesentlich besser gerüstet gegenüber.

Nächst der Sorge für den öffentlichen Verkehr hat nichts die Stadtverordneten-versammlung in ihren Beratungen während der ersten 4 Jahre nach der Vereinigungder Gemeinden so sehr beschäftigt, wie die Ausgestaltung und Entwicklung desUnterrichtswesens, insbesondere der Volksschulen. .Es scheint dies erklärlich,wenn man sich vergegenwärtigt, daß während dieses Zeitraumes die Zahl derschulpflichtigen Kinder sich um rund 2500 vermehrt hat. Es genügte aber nicht allein,für diese Vermehrung neue Lehrkräfte und Unterrichtsräume zu schaffen, vielmehrmußten darüber hinaus, weil die übernommenen Einrichtungen in den neuen Bezirkennicht ausreichten, noch weitere Vermehrungen der Klassenräume und Lehrpersonenbeschlossen werden. So hat sich die Zahl der Lehrpersonen von 1904 bis 1908 von232 auf 281, und die Zahl der Klassenräume von 233 auf 271 erhöht, wozu am1. April 1908 noch ein alsdann in Gebrauch kommendes neues Schulgebäude mit16 Klassen in Styrum hinzutritt. Den größten Anteil an der Vermehrung derSchulkinder hat der Bezirk Styrum, auf den von den obengenannten 2500 alleinrund 1100 entfallen. Ein Zeichen, in welcher Weise außerdem noch die städtischeVertretung und Verwaltung sich der Verbesserung des Volksschulwesens angenommen

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