Bürgermeistereien Dümpten oder Alstaden Anstellung fanden, sowie ferner dergrösste Teil der Beamten der Bürgermeisterei Broich in den Dienst der erweitertenStadtgemeinde über, während der Bürgermeister Hauptmann a. D. Mentz zu Broich,sowie der Gemeindesekretär und der Kommunalbaumeister der BürgermeistereiBroich ihrem Wunsche gemäss die Versetzung in den Ruhestand nachsuchten undbewilligt erhielten. Trotz der Beschränktheit der Verwaltungsräume gelang es, diedurch die hinzugekommenen Beamten vergrösserte Verwaltung der neuen Stadt-gemeinde in den zur Verfügung stehenden Gebäuden der Altstadt, zu denen sofort dasvom Landkreise übernommene Kreishaus, sowie später noch notgedrungen mehrereandere Gebäude hinzukamen, zu zentralisieren. In den ehemaligen Bürgermeisterei-gebäuden zu Broich und Styrum wurden örtliche Verwaltungsstellen untergebracht.
So war die Verwaltung eingerichtet, als am 29. März 1904 die Stadtverordneten-versammlung den Haushaltsplan der erweiterten Stadtgemeinde für deren erstesRechnungsjahr 1904 beschliessen konnte.
Schon hierbei zeigte sich, dass der Stadtgemeinde grosse Aufgaben auf demGebiete des öffentlichen Lebens bevorstehen, welche nach der Vereinigung derGemeinden und infolge der dadurch sowie durch die Bevölkerungszunahme intensivergestalteten kommunalen Betätigung Erfüllung heischen.
Den breitesten Raum unter den zu erledigenden Aufgaben nimmt die Ver-besserung der Verkehrsverhältnisse im inneren Stadtgebiet und nach aussen hin,sowie die weitere planmässige Regelung der Anbauverhältnisse ein. Obenan stehen dieEisenbahnen. Als eine der hochwichtigsten Erfolge der Eingemeindung ist die glücklicheLösung der schwierigen Mülheimer Eisenbahnfrage zu bezeichnen. Schon ein Jahr nachder Eingemeindung gelang es, eine Vereinbarung mit der Eisenbahnverwaltung zutreffen, nach welcher die drei Bahnhöfe Eppinghofen, Mülheim-Ruhr und Styrumnach einem einheitlichen Plane neu gebaut, die Bahnhofsanlagen erweitert und diegefährlichen, die städtische Entwicklung störenden Straßenübergänge beseitigt werdensollen. Wenngleich die von der Stadt für diesen Zweck zu bringenden Opferbedeutende sein werden, so steht doch die namhafte Verbesserung der bisherigenkläglichen Verkehrsverhältnisse und hoffentlich eine wesentliche Verschönerung desäusseren Stadtbildes dem gegenüber. Auch werden nach Ausführung der Bahnhofs-umbauten die Verkehrslinien der städtischen Straßenbahn eweitert werden können,da die Steigerung des Verkehrs den Ausbau weiterer Linien wünschenswerterscheinen lässt. Im Zusammenhang mit hierauf bezüglichen Projekten steht, dadie jetzige Ruhrbrücke eine die beiden Seiten der Ruhr verbindende Straßenbahnnicht aufzunehmen vermag, der Bau einer neuen Brücke an Stelle der Kettenbrücke.In der Sitzung der Stadtverordneten vom 3. Dezember 1907 ist der Bau der neuenBrücke beschlossen worden. Die Ausführung wird eine der bedeutendsten Aufgabender nächsten Zukunft bilden. Inzwischen ist bereits ein anderes Brückenprojekt,der Bau einer Ruhrbrücke am Kahlenberg zur besseren Verbindung von Alt-Mülheimund Saarn, zur Ausführung gebracht.
Sehr bedeutend sind in den verflossenen 4 Jahren die Aufwendungen fürden Straßen- und Wegebau gewesen; sie werden auch noch weiter bedeutendbleiben. Ganz besonders in den Bezirken der früheren Landgemeinden war undist auf diesem Gebiete viel zu tun. Was für den Straßen- und Wegebau bishergeschah, dürfte aus der Angabe erhellen, daß in dem Zeitraum von 1904 bis 1907einschließlich insgesamt hierfür 1458740 Mark aufgewendet wurden, wovon676880 Mark auf die Altstadt und 781860 Mark auf die neuen Bezirke entfallen.
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