gesellschaft Berlin, Helios Köln, Brown, Boveri & Cie. Mannheim, Chr. WeusteDuisburg und Max Schorch & Co. Rheydt in Verbindung wegen Ausarbeitung vonProjekten und Einreichung von Kostenanschlägen.
Die auf Grund dieser Kostenanschläge und Rentabilitätsberechnungen mit derKöniglichen Eisenbahndirektion gepflogenen Verhandlungen führten jedoch zu derÜberzeugung, daß keine Aussicht vorhanden sei, den Zuschlag auf Lieferungelektrischer Energie zu einem solchen Preise zu erhalten, welcher einen Gewinngewährleistet hätte. Da indessen irgend etwas zur Versorgung des städtischenGebietes mit elektrischem Strome geschehen mußte, die Rentabilität eines eigenenWerkes nach Abgang der Bahnhöfe aber zur Zeit als ausgeschlossen zu betrachtenwar, wurde auf Grund eines vom Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke nachlängeren Verhandlungen abgegebenen günstigen Angebotes mit diesem Werke mitGenehmigung der Stadtverordnetenversammlung ein Vertrag über Stromlieferungabgeschlossen, und die Versorgung des Stadtgebietes am 1. Oktober 1903 aufgenommen.Zum Vertriebe gelangt Drehstrom mit einer Spannung von 3 mal 220 Volt, der vonEssen aus durch zwei unabhängige Kabel, einem solchen mit 3 mal 5000 und einemanderen mit 3 mal 10000 Volt Spannung, dem Stadtgebiete zugeleitet wird. Dervon dem letzteren geführte Strom wird in einer eigens hierzu errichteten Unter-station auf 3 mal 5000 Volt heruntertransformiert. Im Übrigen gelangte damals derStrom in 13 Transformatorenstationen auf seine Gebrauchsspannung von 3 mal 220 Volt.
Am 1. Oktober 1903 wurde der Betrieb mit drei Abnehmern begonnen. Inden folgenden Monaten kamen weitere Abnehmer hinzu, sodaß Ende März 85 Abnehmervorhanden waren, die einen Gesamtverbrauch von 36172 Kw. Std. aufzuweisen hatten.Die Länge des Niederspannungskabelnetzes betrug im Jahre 1903/04 11112 m.
Nach Übergang des Gaswerks in den Besitz der Stadt wurde die Verwaltungmit derjenigen des Wasserwerks vereinigt. Diese Verwaltung führte den Namen:„Curatorium der städtischen Gas- und Wasserwerke" und bestand aus den ständigenMitgliedern a) dem Bürgermeister von Bock, b) dem kaufmännischen DelegiertenBeigeordneten Zerwes, ferner aus 7 von der Stadtverordneten-Versammlung zuwählenden Mitgliedern. Zur technischen Leitung der Werke wurde ein Direktorangestellt und zwar: vom 1. Februar bis 30. April 1886 Dr. Mohr für die Übergangszeit;vom 1. Mai 1886 bis 30. Juni 1893 Ingenieur Pfudel, welcher nach Bochum gewähltwurde; vom 1. Juli 1893 bis zu seinem im März 1899 erfolgten Tode Ingenieur Lampe;vom 1. September 1899 bis 31. März 1901 Ingenieur Buhe, welcher nach Duisburggewählt wurde. Besonders in diesen Jahren machte sich ein Bedürfnis zur Änderungdes bestehenden Verwaltungsmodus geltend. Durch Statut vom 2. April 1901 wurdedaher eine selbständige Dienststelle unter dem Namen: „Direktion der Gas-, Wasser-,und Elektrizitätswerke der Stadt Mülheim a. d. Ruhr" gebildet. Die Kontrolle überdie Verwaltung und den Betrieb steht in erster Reihe dem Oberbürgermeister zu,welchem die Kömmission für die städtischen Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerkezur Seite steht. Zur speziellen Führung der Geschäfte der drei vereinigten Werkenach den Beschlüssen der Kommission, sowohl in technischer wie kaufmännischerBeziehung, wurde ein Direktor angestellt, welcher dem Oberbürgermeister und derKommission für seine Maßnahmen verantwortlich ist. Seit 15. Mai 1901 ist dieseStelle durch Ingenieur Hubert Förster besetzt.
Das Projekt einer elektrischen Straßenbahn in der Stadt Mülheim a. d. Ruhrwurde von dem Regierungs-Präsidenten in Düsseldorf am 8. Juli 1896 genehmigt.Auf Grund des Stadtverordnetenbeschlusses vom 24. Juli 1896 wurde der Bau der
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