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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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in ihrem Gang. Um die Folgen der Überschwemmung zu beseitigen, mußten erheblicheOpfer gebracht werden, sodaß das-finanzielle Ergebnis dieses Jahres nicht der auf3433 000 gestiegenen Abgabe entsprach. Als in den folgenden Jahren die Abgabeziffersich weiter in aufsteigender Linie bewegte, wurde eine nochmalige Erweiterungder Maschinenanlage notwendig, außerdem mußte die Wassergewinnungsanlage umeinen wasserdichten Saugbrunnen auf der Pumpstation, einen Sammelbrunnen aufder Brunnenwiese und um eine Verbindungsleitung mit neuen Filteranlagen von750 mm I. W. vergrößert werden.

Obwohl im Betriebsjahre 1893/94 die Firma Thyssen & Co. eine eigene Trink-wasserleitung anlegte, und im Sommer 1904 die Arenberg'sche Aktiengesellschaftanderweitig ihren Wasserbedarf deckte, wurde die Abgabeziffer in ihrem Anwachsendadurch nicht gehemmt, bis sie 1897/98 ihren Höhepunkt mit 6095000 cbm erreichte.

Da der Qutehoffnungshütte vom Wasserwerke die verlangten Mengen nichtmehr zur Verfügung gestellt werden konnten, entschloss sie sich ein eigenesWasserwerk anzulegen.

Trotzdem sich von da ab ein merklicher Rückgang zeigte, konnte die Wasser-gewinnungsanlage infolge der starken Anstrengung in den Vorjahren den Anforderungennicht mehr gerecht werden. Gelände zur Erweiterung stand jedoch nicht mehr zurVerfügung, und die Verhandlungen mit dem damaligen Besitzer der anliegendenWeiden führten zu keinem Ergebnisse. — Um wenigstens für die nächste Zeitkeinem direkten Mangel entgegensehen zu müssen, entschloß man sich zur Ver-legung eines weiteren Filterstranges, der an den zweiten Sammelbrunnen ange-schlossen werden sollte. Dieser Filterstrang wurde parallel dem vorhandenen, imJahre 1877 verlegten, geführt, wäre jedoch kaum in der Lage gewesen, eine wesent-liche Steigerung der Wassergewinnung zu bringen und den Bedarf zu decken,wenn nicht auch im Jahre 1901 die Wasserförderung mit einer Abnahme vonbeinahe 1000000 cbm. auf 3500000 cbm. zurückgegangen wäre. •■

Wenn es eines weiteren Beweises für die Notwendigkeit einer gründlichenErweiterung und Erneuerung der Wassergewinnungsanlage bedurft hätte, so brachteihn der überaus heiße und trockene Sommer des Betriebsjahres 1901/02. Nur untergroßen Schwierigkeiten ließ sich der Wasserbedarf beschaffen, und es mußte stellen-weise vor zu großer Wasservergeudung gewarnt werden, wenn auch die obligatorischeEinführung der Wassermesser eine allgemeine Einschränkung herbeigeführt hatte.Den Platz zur Erweiterung gelang es durch Ankauf der angrenzenden, etwa 50Morgen großen König'schen Weiden zu beschaffen.

Die Errichtung eines Elektrizitätswerkes war zuerst im Jahre 1899/1900angeregt worden. Die damaligen Umfragen ergaben jedoch keine genügendeGarantie für die Rentabilität eines solchen Werkes, zumal die Königliche Eisenbahn-direktion sich nicht entschließen konnte, zur Beleuchtung ihrer Bahnhöfe Stromabzunehmen. Als aber diese Behörde im Januar 1902 mit der Frage an die Stadt herantrat,ob sie bereit wäre, die Versorgung der Bahnhöfe sowie der Hauptwerkstätte inSpeidorf mit elektrischer Energie zu übernehmen, entschloß man sich, die Verhandlungenbehufs Errichtung eines Elektrizitätswerkes einzuleiten.

Man dachte zunächst an Gleichstrom mit 2 mal 220 Volt Spannung, und zwarsollte die jetzige, für die Straßenbahn bestehende Kraftstation auch zur Abgabe vonKraft und Licht an Private erweitert werden. Um die nötigen Unterlagen zu erhalten,trat man mit den Elektrizitätsfirmen Schuckert & Co. Nürnberg, Lahmeyer & Co.Frankfurt a. M., Union Berlin, Siemens & Halske Berlin, Allgemeine Elektrizitäts-

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