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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Generatorkeller ein. Es wurde zwar versucht, durch Auspumpen den Betrieb aufrechtzu erhalten, jedoch das Wasser stieg so plötzlich, daß es von der westlichen Seiteher einen Weg in den Hauptfeuerungskanal fand und diesen überflutete. Nun galtes nur noch, die Öfen zu retten und eine Explosion zu vermeiden. Das Leerpumpender Generatorschächte wurde allmählich eingestellt und sämtliche Schachtdeckelgeöffnet, sodaß die durch den Zusammenprall von Wasser und Feuer sich schnellentwickelnden Dämpfe frei in die Luft entweichen konnten. Heute ist die Höhenlageund Einrichtung der Fabrik eine solche, daß bei einem Hochwasser wie demjenigenvon 1890 ähnliche Störungen nicht mehr eintreten können. Die schlimmen Folgendieses Tages für die Retortenöfen übertrugen sich auch auf das Betriebsergebnisdes ganzen Jahres.

Über die allmähliche Entwicklung der Gasanstalt gibt am besten die nach-stehende Zusammenstellung der jährlichen Gasabgaben Aufschluß:1856: 199000 cbm 1896: 2056070 cbm

1865: 252700 „ 1897:2291600 „

1875:1129100 „ 1898:2 534730 „

1885: 1 386 660 „. 1899: 2 722 440 „

1887:1260360 „ 1900:2863070 „

1888:1374710 „ 1901:3010690 „

1889:1515630 „ 1902:3 032640 „

1890: 1 752 770 „ 1903: 3 433 240 „

1891:1981920 „ 1904 1 ): 4324580 „

1892: 2002 510 „ 1905: 4636720 „

1893:1845700 „ 1906:5213000 „

1894:1747640 „ 1907:5780000 „ (Schätzungsweise)

1895: 1838130 „

Faßt man zunächst den Zeitabschnitt von 1856 bis 1900 ins Auge, so bemerktman, daß der Verbrauch fast stetig steigt. Nur dreimal tritt ein Rückgang ein, undzwar zum ersten Male im Betriebsjahre 1887/88 durch den Ausfall des Verbrauchesder Firma Thyssen & Co., die eine eigene Gasanstalt errichtete. Dann macht sichin den Jahren 1893/94 die Einführung des Gasglühlichtes, der MitteleuropäischenZeit sowie die Einrichtung der elektrischen Beleuchtung, insbesondere auf derFriedrich-Wilhelms-Hütte, bemerkbar. Dieser Rückgang erfährt noch eine Steigerungdurch den Ausfall des Gasverbrauches in der Nachbargemeinde Broich, die ebenfallsein eigenes Gaswerk in Betrieb nahm. Er glich sich jedoch durch die Gewinnungneuer Verbrauchsstellen bis zum folgenden Jahre wieder aus, und die Steigerungder Gasabgabe hält seitdem dauernd an.

Im Jahre 1900 war das Gaswerk mit einer Jahresabgabe von 2722440 cbm ander Grenze seiner Leistungsfähigkeit angelangt, sodaß ein vollständiger Umbau desganzen Gaswerkes ins Auge gefaßt wurde, welcher in den Jahren 1901/02 zurAusführung kam. Es wurden neu angelegt: Ein Retortenhaus mit 10 Stück 9erVollgeneratoröfen, eine Betriebsdampfmaschine, ein Naphtalin- und Cyanwäscher,ein Standard-Ammoniakwascher, ein größerer Stationsgasmesser, eine kompletteWassergasanlage, ein Arbeiter-Aufenthaltsraum mit drei Brausebädern. Da die Verlustebeim Verarbeiten des Gaswassers immer größer wurden, mußten die Destillations-apparate erneuert werden.

J ) Des Zusammenhanges wegen sind an dieser Stelle sowie bei dem Wasserwerk und derStraßenbahn die'Zahlen für 1904 bis 1907 mit aufgeführt.

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