Bedürfnisse der Einwohnerschaft nach Licht, nach gesundem Trinkwasser, nach Kraft,nach Verkehrsmitteln schuf, da hat auch die Stadtverwaltung ihren Beruf erkannt,diesen Bedürfnissen durch entsprechende kommunale Betriebe abzuhelfen.
Am 10. Juli 1854 hatte die Stadt mit den Unternehmern Schulte und Koeppaus Berlin über die Beleuchtung der Stadt mit Gas einen Vertrag abgeschlossen, inden durch notariellen Akt vom 21. Januar 1856 die 1855 von dem Regierungsrate a. D.von Unruh mit dem Bankpräsidenten v. Nulandt gegründete Deutsche Continental-Gas-Qesellschaft eintrat. Bürgermeister Wilhelm Oechelhäuser, welcher den Vertragfür die Stadt mit der Deutschen Continental-Gas-Gesellschaft abgeschlossen hatte,trat am 14. November 1856 in ihr Direktorium ein und leitete sie vom 15. März1858 bis zum Jahre 1890 als Generaldirektor.
Auf einem vom Mülheimer Hafenvereine auf 30 Jahre gepachteten Grundstückevon 1 Morgen 13 Ruten 114 Fuß wurde am 6. Juli 1855 mit dem Bau der Gas-anstalt begonnen, und ihre Inbetriebnahme sowie die Beleuchtung der Stadt mitGas konnte am 21. Januar 1856 stattfinden. Bis März desselben Jahres waren bereits1631 Flammen zur Ausführung angemeldet. Der Gaspreis betrug für die Konsumentenlaut Vertrag mit der Stadt 2 Thlr. 1772 Sgr. für 1000 Kubikfuß preuß. = 25 Pfg.pro cbm. Die Gasanstalt war für eine jährliche Erzeugung von 8,5 Millionen Kubik-fuß englisch (etwa 250000 cbm) berechnet. Der damals benutzte Gasbehälter von25000 cbf englisch = 700 cbm nutzbarem Inhalte steht noch heute und dient alsWassergasausgleichbehälter. Um den weiteren Ausbau des Werkes zu ermöglichen,kaufte die Gesellschaft 1860 das von dem bisher bebauten getrennt liegende Trapp-mannsche Grundstück von 78 Ruten 80 Fuß und ferner im Jahre 1871 anderedazwischen liegende und anstoßende Parzellen und vergrößerte so ihren anfänglichenGrundbesitz um mehr als das Doppelte. Gleichzeitig dehnte sie ihr Absatzgebietauf das andere Ruhrufer aus. Mit den Jahren steigerte sich der Gasverbrauchdermaßen, daß eine bedeutende Vergrößerung der Betriebseinrichtungen unerläßlichwar, welche im Jahre 1872 ausgeführt wurde.
Im Jahre 1877 wurde eine Verbindung der Gasanstalt mit der rheinischen undbergisch-märkischen Bahn unter Benutzung der Schienengleise der Friedrich-Wihelms-Hütte hergestellt und dem Betriebe übergeben.
Am 1. Februar 1886, also nach dreißigjährigem Betriebe durch die DeutscheContinental-Gas-Gesellschaft, ging die Gasanstalt durch Kauf in den Besitz der Stadt-gemeinde über. Sie wäre kontraktlich nach weiteren 20 Jahren unentgeltlich in dasEigentum der Stadt gelangt; diese zog jedoch vor, von dem ihr kontraktlichzugestandenen Ankaufsrechte Gebrauch zu machen, und die seitherigen Ergebnissehaben ohne Zweifel die Richtigkeit des damaligen Entschlusses der Stadt dargetan.Über die Höhe des Kaufpreises hatten jahrelange Verhandlungen stattgefunden, dieschließlich am 21. Dezember 1885 durch Schiedsspruch abgeschlossen wurden.Hiernach zahlte die Stadt Mülheim den Betrag der von der Gasgesellschaft auf-gewandten Anlagekosten von im Ganzen 888160 Mark.
In den der Erwerbung durch die Stadt folgenden ersten 14 Jahren wurdengrößere Bauten nicht vorgenommen, vielmehr war man darauf bedacht, nur deninneren Ausbau und die Leistungsfähigkeit auf dem vorhandenen Räume zu heben.
Eine schwere Zeit brachte dem emporblühenden Werke der Winter 1890, erstdurch die Überschwemmung am 25. November und dann noch durch die spätereintretende langanhaltende Kälte. Das Wasser hatte am Morgen des 25. Novemberbereits die Straße überschwemmt und drang in den nachfolgenden Stunden in den
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