Jahre 1900 das Gelände des Witthausbusches erworben und zu einer umfangreichen,zusammenhängenden Parkanlage durch den Verschönerungsverein ausgestaltet. Weiterließ es sich die Stadtgemeinde angelegen sein, durch Anlage von Baumpflanzungen
und Zierplätzen an denöffentlichen Straßen aufeine Verschönerung desStadtbildes hinzuwirken.Durch das Baupolizei-reglement von 1846 warzur konsequenten Durch-führung des Bebauungs-planes und reiflichenPrüfung aller Baugesucheeine Baukommission einge-setztworden. Imjahrel881wurde sie als Deputationim Sinne des § 54 derKahlenberg - Rhein. Städteordnung, be-
stehend aus dem Bürgermeister als Vorsitzenden, dem Stadtbaumeister und siebenMitgliedern, neu organisiert. Bereits 1865 war ferner zur Leitung und Beaufsichtigungder Wege- und Straßenbauarbeiten ein Wegeaufseher an Stelle des früher damitbetrauten Polizeisergeanten bestellt worden. Die technische Oberaufsicht führte einvertraglich gewonnener Baumeister. Als solcher fungierte lange für jährlich 60 Thlr.Gehalt der Baumeister Dahmen und von 1866 bis 1871 für 200 Thlr. Harsewinkel.1872 entschlossen sich die Stadtverordneten zur Anstellung eines Stadtbaumeistersin Gemeinschaft mit der hier gegründeten Aktienbaugesellschaft. Da diese sich zurZahlung eines jährlichen Gehaltsbeitrags von 300 Thlr. bereit erklärt hatte, wurdeseitens der Kommunalkasse zur Besoldung des Baumeisters ein weiterer Betragvon 500 Thlrn. mit der Maßgabe bewilligt, daß ihm die Ausübung der Privatpraxisgestattet werde. Die Stadtbaumeisterstelle wurde zunächst mit dem BaumeisterGiovanini und von 1876 ab mit dem Baumeister Schäfer besetzt. Letzterer wurdeam 4. Februar 1895 als Stadtbaurat pensioniert; an seine Stelle trat der IngenieurLinnemann aus Köln.
Im Jahre 1903 beschäftigte das Bauamt außerdem einen Stadtgeometer, dreiBauassistenten, zwei Straßenmeister, einen Vermessungstechniker, mehrere Zeichnerund eine Anzahl von Meßgehülfen.
Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts schrieb einmal Bürgermeister Oechel-häuser: „An dem Kreuzungspunkt dreier Eisenbahnlinien nach Duisburg, Oberhausenund Essen und an der schiffbaren Ruhr gelegen, ist Mülheims Lage eine füralle Zeit gesicherte, ja glänzende zu nennen; treten mit der Zeit sogar noch dieprojektierten Eisenbahnen durchs Ruhrtal und endlich gar der Rheinkanal oder dochdie Befreiung von Ruhrschiffahrtsabgaben hinzu, so wäre schwerlich mehr in ganzDeutschland eine bessere Stätte für Handel und Industrie, namentlich für dieMetallgewerbe aufzufinden."
Eifrig, wenn auch nicht immererfolgreich, haben Bürgermeister und Stadtverordnetesich bemüht, an der Erreichung dieser Ziele auch ihrerseits mitzuarbeiten. „Beteiligungder Stadt an großen Unternehmungen" bildet lange einen ständigen Abschnitt in denVerwaltungsberichten. Und als die moderne Technik die Mittel zur Befriedigung der
106