gekommen. Er wurde definitiv aufgegeben, als der Ausbau der Eisenbahnen demVerkehr andere Wege wies.
Im Jahre 1836 hatte sich zur Gründung einer höheren Bürgerschule eineAktiengesellschaft mit einem Kapitale von 5400 Talern gebildet. Der Bau desSchulhauses kostete 5886 Taler; an der Tilgung dieser durch Anleihe aufgebrachtenKosten beteiligte sich die Bürgermeisterei Mülheim vom Jahre 1840 ab in der Weise,daß sie 400 Taler jährlich zuschoß, die nach Maßgabe der Klassensteuer aufdiejenigen Steuerpflichtigen, die zu 4 Taler und höher veranlagt waren, umgelegtwurden, wobei die Bewohner der Stadt doppelt so stark herangezogen wurden wiedie Bewohner der Landgemeinden.
1841 wurde mit dem Bau des Rathauses begonnen. Der Bau kosteteeinschließlich Grunderwerb 20300 Taler und wurde im Sommer 1842 fertig gestellt.
Zu gleicher Zeit entstand ein anderes hervorragendes Bauwerk unserer Stadt,die Kettenbrücke. Da die in der Verlängerung der jetzigen Schollenstraßebetriebene Fähre längst nicht mehr den Bedürfnissen des lebhaften Verkehrs zwischenbeiden Seiten der Ruhr genügte, war die Staatsregierung als Besitzerin der Fähredem Plan des Baues einer Brücke näher getreten; zur Förderung des wichtigenUnternehmens stellte Mülheim an freiwilligen Beiträgen rund 15000 Taler zur Verfügung.Nach mehrjährigen Verhandlungen abererst konnte im August 1842 die Grund-steinlegung erfolgen; eifrig wurde derBau gefördert, und im November 1844fand unter freudigster Anteilnahme derganzen Bevölkerung die Einweihung desBauwerks statt. Die Brücke gehörtanerkanntermaßen zu den schönstenBrücken Deutschlands, wird aber einerandern Konstruktion Platz machenmüssen, weil sie in ihrer Leistungs-fähigkeit den jetzigen Verkehrsanforderungen nicht mehr genügt. Aus dem Umstände,daß die Kettenbrücke für Mülheim wirklich ein Wahrzeichen und Anziehungspunktist, erwächst der jetzigen Generation die Aufgabe, bei Errichtung der neuen Brückewiederum ein Bauwerk zu schaffen, das sich den Eigentümlichkeiten des Stadtbildesund der Landschaft anpaßt und Mülheim den Ruf erhält, im Besitz einer eigenartigen,schönen Ruhrbrücke zu sein.
Im Februar 1842 trat als gemeinsames Unternehmen der Stadt und der Land-gemeinden die hiesige Sparkasse ins Leben; sie nahm Einlagen bis zu 200 Talernan und gewährte an "Zinsen 373% bei Einlage bis 100 Talern, sonst 2 l J2°jo. IhreInanspruchnahme blieb in den ersten Jahren ihres Bestehens hinter den gehegtenErwartungen zurück; doch betrug zu Ende des Jahres 1846 der Einlagenbestandbereits 14421 Taler.
30 Jahre lang gehörte jetzt die Bürgermeisterei Mülheim zum preußischenStaate; die Bevölkerung hatte sich während dessen verdoppelt; die Stadt Mülheimhatte den ursprünglich dörflichen Charakter allmählich abgestreift und war zu einemgesunden, gefestigten Gemeinwesen ausgewachsen. In der Verwaltungsorganisationdieses Gemeinwesens sollte nunmehr eine wesentliche Änderung eintreten. Am23. Juli 1845 erließ König Friedrich Wilhelm IV. die Gemeindeordnung für die
Kettenbrücke.
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