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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Die zweite Hälfte der dreißiger Jahre galt vor allem den Bestrebungen aufHerstellung besserer Wegeverbindungen. Der Staat baute die Chaussee vonDuisburg nach Broich, die bis Speidorf den alten Verbindungsweg benutzte, dannaber abzweigte und über das herrschaftlich broicher Hagerfeld zum Stockfisch führte.Der Plan, dieser Straße eine Fortsetzung bis Kettwig zu geben durch Anlegung einerChaussee dorthin im Ruhrtale auf dem rechten Ufer, scheiterte an dem Kostenpunkte.Der Staat war bereit, den größeren Teil der Ausführungskosten zu übernehmen, denanderen Teil sollten die beteiligten Gemeinden aufbringen, die aber hierzu nicht imStande waren. Aus dem gleichen Grunde konnte man das Projekt, auf dem rechtenUfer des Flusses eine durchgehende direkte Chausseeanlage zwischen Mülheim undRuhrort über Styrum und Alstaden herzustellen, nicht zur Ausführung bringen.

Eine sehr schwierige und kostspielige Arbeit war die Überwölbung des dieStadt durchfließenden Ruhmbaches. Der Bach zog sich offen durch die Straßen hin;am Dickswall wurde sein Bett mit als Fahrweg benutzt, im Kohlenkamp war er aufder einen Seite durch eine Futtermauer von dem Wegekörper getrennt, auf deranderen Seite bespülte er die Häuser. Für den Verkehr war der Zustand nicht nurwährend der Dunkelheit, sondern selbst bei Tage gefährlich. Man entschloß sichdaher im Jahre 1836 wenigstens im Kohlenkamp und 1847 und 1856 auch längsdem Löhwall und in der Bachstraße zwischen Neuhof- und der jetzigen Kurzestraßedas Bachbett zu überwölben, und im Anschlüsse daran den Straßenkörper gemäß dengesteigerten Anforderungen des Verkehrs umzugestalten. Später wurden die nochübrigen Stellen des Baches in der Kurzestraße, auf dem Dickswall sowie auf denPrivatgrundstücken an der Schollenstraße überwölbt.

1838 und 1839 wurde die Aktienstraße gebaut, die den Weg nach Essen, derfrüher über Styrum und Oberhausen 272 Meilen ausmachte, auf U/2 Meilen verkürzte.Wie der Name besagt, war eine zu diesem Zweck gebildete Aktiengesellschaft dieUnternehmerin des Baues; sie erhielt die Berechtigung zur Erhebung von Wegegeld.Gleichzeitig wurde aus Gemeindemitteln zum Anschlüsse an die Aktienstraße die

Straße von Mülheim nachEppinghofen, die heutigeEppinghoferstraße, ausge-baut, und bald darauf auchderen Verlängerung überDümpten nach Lipper-heidenbaum.

Bereits im Jahre 1821hatte die Regierung die Auf-stellung eines Bebauungs-planes angeordnet. Mehr als20 Jahre später, nämlich am29. Okt. 1844 bezw. 24. April1843 wurde dann nach Aus-arbeitung mehrerer Plänedurch den LandmesserVagedes und den Landbauinspektor Felderhoff mittels allerhöchster Kabinettsordreein Bebauungsplan festgestellt. Jedoch ist dieser Plan, welcher die Stadterweiterunghauptsächlich nördlich der jetzigen Aktienstraße vorsah und auf die Geländegestaltungund die vorhandenen Wegezüge keinerlei Rücksicht nahm, nie zur Ausführung

Rathaus.

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