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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
Seite
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Abgaben waren aufzubringen: Grundsteuer 3982,11.4 Taler, Industriesteuer1704,20.4 Taler, Familiensteuer 3058,53 Taler, zusammen 8746,25 Taler.

Aus dem Jahre 1812 haben wir genauere Daten über die Bevölkerung derMunizipalität, die damals 12036 Seelen zählte:

Bezeichnung der Ortschaft

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Anzahl derschulfähigenMäd-

Knaben

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Mülheim......

Eppinghofen ....Mellinghofen ....Holthausen ....

Heißen......

Fulerum......

Winkhausen . . .

Haarzopf.....

Raadt .......

Menden......

Dümpten.....

Styrum......

Alstaden .....

Broich und SpeidorfSaarn.......

1385

165

91

293

91

89

128

92

36

96

164

175

85

450

344

941

103

78

188

49

51

80

67

16

77

98

91

56

281

214

1319

131

87

232

91

77

105

104

29

83

127

160

79

395

309

1066

114

83

202

43

63

92

75

16

75

96

108

60

306

235

4711

513

339

915

274

280

405

338

97

331

485

534

280

1432

1102

803255763361869596

23608815142534

316346527581422922930824689300417438259

1182526

556

23

7

38

9

33

28

33

2

8

8

8

6

108

38

189

Zusammen

3648

2390

3328

2634

12036 1998

8940

905 I 193

416

59

51

92

27

23

35

26

8

37

41

53

28

109

111

394

47

54

88

25

24

34

32

7

34

27

55

22

102

103

1116

1048

Die äußeren Ereignisse während der Periode der Fremdherrschaft wurdenbereits im vorhergehenden Abschnitt behandelt. Das Jahr 1813 brachte die Befreiungvon den Franzosen, aber damit zunächst noch keine Besserung der allgemeinen Lage.Nachdem in der siegreichen Völkerschlacht bei Leipzig Napoleons Macht erschüttertwar, wurden die französischen Heere bald über den Rhein zurückgedrängt; ihnenfolgten die Armeen der verbündeten Mächte auf dem Fuße. Das Großherzogtum Bergwurde okkupiert und zu seiner Verwaltung von den Verbündeten vorläufig das General-gouvernement Berg in Düsseldorf eingesetzt. Über die das Land durchziehendenHeerstraßen ergossen sich endlose Truppenmassen, für die Quartier, Verpflegung, Vor-spann usw. aufgebracht werden mußten. Schwer litt Mülheim unter diesen drückendenLasten, auf deren pünktliche Erfüllung die Truppen mit äußerster Strenge sahen.Preußische, schwedische, bergische und russische Truppen kamen und gingen in buntemWechsel; besonders die letzteren blieben in schlechtem Andenken, da sie sehr rück-sichtslos vorgingen und gleich zur Knute griffen, wenn ihre mannigfachen Wünschenicht sofort befriedigt wurden, was leicht vorkommen konnte, da man ihre Sprache nichtkannte. Zum Überfluß war Mülheim auch noch als Etappenort bestimmt worden, undder Rheder Michels, der inzwischen als Nachfolger Voersters zum Bürgermeisterernannt war, hatte vom frühen Morgen bis späten Abend zu tun, allen auf ihneinstürmenden Anforderungen gerecht zu werden. Durch unablässige Vorstellungenbei den oberen Zivil- und Militärbehörden bemühte er sich, die Kriegslasten, unterdenen die Bevölkerung zu erliegen drohte, dadurch zu mildern, daß die Truppen-nachschübe auf andere Marschrouten abgelenkt wurden. Da die kommunalen Kassenleer waren, mußte er einen Teil der erforderlichen Gelder aus seiner Tasche vorlegen;erst im Jahre 1824 erhielt er die letzte Rate seiner Auslagen erstattet. Ebensomußten öfters und längere Zeit der Steuerempfänger und der Rendant der Armenanstaltden Kassen mit ihrem eigenen Gelde aushelfen. Die Kosten, die der Stadt Mülheimallein durch ihre Heranziehung zur Überschiffung der alliirten Truppen über den

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