zu Wetter, erhielt noch den besonderen Auftrag, eine Unterstützung der Feindedurch Ritterschaft und Städte des märkischen Landes zu verhüten.
Obwohl Herzog Adolf noch im Mai 1443 bei einer persönlichen Zusammenkunftmit dem Erzbischof in Moers grade auch wegen des durch Heinrich von Limburgangerichteten Schadens zum Ersatz sich erboten hatte, wollten die Gerüchte überErzbischof Dietrichs Pläne gegen Broich doch nicht zum Schweigen kommen. Daßder Kirchenfürst den Rachezug gegen Broich gemeinsam mit seinem Neffen, demHerzog Gerhard von Jülich-Berg, ausführen würde, versicherten die Verbreiter jenerGerüchte aufs bestimmteste. So dachte Herzog Adolf noch im Juli 1443 ernstlichdaran, von seinem Öffnungsrecht am Schlosse Gebrauch zu machen. Jedoch wurdeer durch Heinrichs Bitten bestimmt, die bisherigen Verträge in Kraft zu lassen,und sah also von einer Besetzung des Schlosses ab. Inzwischen ließ der Amt-mann von Angermund, Ritter Adolf Quade alles, was bei Broich vorging, aufs schärfstebeobachten. Es konnte ihm nicht verborgen bleiben, daß clevische Räte dort ein-und ausgingen. Allerhand Vermutungen knüpften sich daran, und man redete wohlvon einem clevischen Handstreich auf Broich. Holz wurde angefahren, vielleichtzum Bau von Verschanzungen. Aber eine Gewißheit über die clevischen Absichtenwar nicht zu erlangen. Jedenfalls wurde es dem Erzbischof klar, daß hier nichtgezögert werden dürfe. So zog er denn gemeinsam mit dem noch jugendfrischenund nicht minder kampflustigen Herzog Gerhard sowie mit den Grafen von Sayn,von Blankenheim und von Hörn am 2. September 1443 vor Broich und belagertees 18 Tage lang 1 ). Wenn wir den Angaben eines Duisburger JohanniterbrudersGlauben schenken wollten, dessen lateinische Denkverse auf die Belagerung vonBroich die Hand des Chronisten Johann Wassenberg der Nachwelt aufbewahrte 2 ),so müßten wir uns das Belagerungsheer als ein für damalige Verhältnisse ganzungeheures vorstellen. Über 18000 Mann und 400 Wagen hätte der Erzbischofgegen Broich herangeführt; daß dabei die Bergischen noch nicht eingerechnet waren,läßt der Dichter vermuten, um die Summe der Streitmacht noch erdrückendererscheinen zu lassen. Bald richtete das schwere Geschütz derartige Verwüstungenan, daß es schließlich aussichtslos schien, länger Widerstand zu leisten. Wilhelmvon Limburg und die Herren Wilhelm und Reiner von Ulenbroich verließen dasSchloß, um Waffenstillstand anzusagen und die Übergabeverhandlungen einzuleiten.Sie waren bereit, den beiden Fürsten Broich zur Verfügung zu stellen unter derBedingung, daß die Besatzung Leib und Gut behalten dürfe.
Daß sie als Verräter gehandelt hätten, wie der erwähnte Dichter uns wenigstensvon Reiner von Ulenbroich glauben machen will, dafür liegt kein Anlaß vor. Denndie Größe der in Broich angerichteten Verheerungen ist von einem glaubwürdigenAugenzeugen, dem Kleriker Gottfried Kneydeholte aus Köln, anschaulich geschildertworden 3 ).
a ) Daß der Herzog von Sachsen, wie von den Kölner Jahrbüchern (Städtechroniken XIIIS. 185) berichtet wird, an der Belagerung teilgenommen habe, beruht auf einem Irrtum.
2 ) Vergl. II gen im Korrespondenzblatt der Westdeutschen Zeitschr. XII S. 233 ff. Hier wirdauch die Übertreibung des Dortmunder Chronisten Johann Kerkhörde zurückgewiesen, der dasBelagerungsheer auf 22000 Mann schätzte. — Dieselben Verse waren auch in der Sakristei derDuisburger St. Johannis-Kirche (Wassenberg war Bruder der Johanniter-Kommende) zu lesen. Dorthatte sie der Verfasser des Broicher Lagerbuchs von 1648 abgeschrieben. Zeile 11 des veröffent-lichten Textes ist danach zu verbessern: „Isti pontifici dux ac de Monte recedit", dann Z. 21 in:„Per tradimentum Broich castrum noscito captum". (Mitteilung des Herrn Rheinen in Broich).
3 ) Veröffentlicht von II gen an derselben Stelle S. 237.
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