nahm die weitere Verpflichtung auf sich, dem Herzog alle Briefe zu erneuern, diediesem von Dietrich d. Ä. gegeben worden waren — also auch die Verbriefungüber das Mülheimer Amt. Indessen war es auch Heinrich von Limburg nicht vergönnt,lange als clevischer Amtmann hier zu wirken. Die Fehdelust jener Zeit hatte auchihn gepackt 1 ) und brachte ihn schon nach wenigen Jahren in heftigen Konflikt mitErzbischof Dietrich von Köln.
2. Verpfändung an Kurköln nach der Einnahme des Schlosses
Broich 1443.
Als ein Vorspiel der berühmten Soester Fehde erscheint die Expedition, dieErzbischof Dietrich im Herbst 1443 gegen Broich unternahm. Welche Plänedieser streitbare Kirchenfürst gegen Herzog Adolf von Cleve im Sinne trug, istbekannt genug. Ihm schwebte der Gedanke vor, die wachsende Macht des Herzogszu Boden zu werfen, von allen Seiten mit seinen Freunden und Verbündeten dasclevische Land einzukreisen 2 ). Der Briefwechsel der beiden Fürsten in den Jahren1441 und 1442 läßt das bald ausbrechende Gewitter schon ahnen. Immer gereizterwird der Ton, immer mehr häufen sich die Beschuldigungen. Da und dort zeigensich schon Vorboten künftiger Verwirrung. Kölnische Untertanen sengen und brennenim herzoglichen Gebiet. Clevischerseits geschieht ähnliches im Kölnischen. EinÜberfall, den die Söhne Arnolds von Brempt, des kurkölnischen Amtmanns in Linn,im Frühjahr 1442 im Kirchspiel Mülheim ohne angesagte Fehde ausgeführt hatten,wurde nebst ähnlichen Ereignissen vom Herzog dem Erzbischof wiederholt vorge-halten, worauf dieser nach des Herzogs Ausdruck nur „schöne Worte" hatte.
Seit das Kirchspiel Mülheim clevisch geworden war, mußte bei einem wirk-lichen Kriege mit Cleve die militärische Bedeutung Broichs an der Grenzedes mit Kurköln verbündeten bergischen Lands eine ganz erhebliche sein. Sehrerklärlich also, wenn Erzbischof Dietrich hierauf sein Augenmerk richtete und dievon Heinrich von Limburg gegen ihn oder seine Untertanen ausgeführten Fehdezügezum Vorwand nahm, um sich hier festzusetzen.
Welchen Wert auch Cleve auf Broich als militärischen Stützpunkt legte, solltesich bald zeigen. Heinrich von Limburg hatte, wie es bei solchen Verpfändungenüblich war, dem Herzog versprechen müssen, als Besatzung nur solche Leutezuzulassen, die dem Herzog sich verpflichtet hatten 8 ). Aber nach den mit Dietrichvon Limburg gemachten Erfahrungen mußten wohl Zweifel in dem Herzog aufsteigen,ob seine Interessen hinreichend durch den Limburger gewahrt würden, wenn dieStunde der Gefahr nahte. Denn daran schien bald kein Zweifel mehr zu sein, daßes der Erzbischof auf Broich abgesehen habe. Schon im Sommer 1442 liefen Gerüchteum, die den Herzog warnten. Er traf daher zunächst Anordnungen zum SchutzeMülheims. Durch Befehle an die Amtleute zu Werden und Wetter und an denRichter zu Mülheim geschah Vorsorge, daß der Kirchhof in Mülheim mit wehrhaftenLeuten besetzt und durch Verproviantierung zur Verteidigung hergerichtet wurde,auch für die Herbeischaffung von Artillerie wurde gesorgt. Cracht Stecke, Amtmann
*) Klagen über Räubereien seiner Leute, besonders Reiners von Ulenbroich im Dorf Brakel,wurden schon im J. 1441 laut.
2 ) Vergl. Hansen, Westfalen und Rheinland I. Einl. S. 12. u. ö.
3 ) So mußte auch Heinrichs Bruder Wilhelm, als er sich im Jahre 1442 auf das Schloß be-geben wollte, in einem besonderen Revers sich Cleve gegenüber verpflichten,
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