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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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Seite zu kämpfen, war es nur folgerecht, wenn er bald darauf sein Schloß und seineHerrschaft Broich dem clevischen Herzog als Lehen auftrug. Das Amt Mülheimübernahm er, wie schon 1430 ins Auge gefaßt worden war, zur Hälfte als Pfandherr.Dies geschah am 1. September 1432.

Wie wir wissen, hatte außer Dietrich auch dessen älterer Bruder Wilhelm(Herr zu Bedburg) Anrecht an Broich, wenn auch der erstere schon seit langemallein dort das Regiment führte. Es konnte nicht ausbleiben, daß der gemeinsameBesitz, der sich nicht nur auf Broich beschränkte, sondern auch auf die bergischen Lehenzu Biege und Wülfrath, auf das Patronats- und Grütrecht zu Mülheim und denZehnten zu Holthausen erstreckte, hin und wieder zu Reibungen Anlaß gab.Umsomehr, nachdem Graf Wilhelm sein einziges Kind Margarete vermählt hatte undnun auch die Ansprüche des Schwiegersohns, Grafen Gumprecht von Neuenahrund Alpen mit in die Wagschale fielen. Genug, es kam zu Streitigkeiten und am21. August 1437 zu einer Sühne zwischen den Parteien, die uns hier nur insoferninteressiert, als dadurch das Patronat der Kirche zu Mülheim, die Grüt daselbst undder Zehnte zu Holthausen (als zu Limburg gehörig) dem Grafen Wilhelm zugesprochenwurden, während Dietrich Schloß Broich mit Zubehör und den Hof zum Biege,weil diese zusammen gelegen, allein innehaben sollte. Freilich blieb Wilhelms Anteilan Broich und Biege mit 1700 Gulden lösbar. Der Amtmannschaft im KirchspielMülheim, die ja eine rein persönliche Angelegenheit Dietrichs war, geschieht hierkeine Erwähnung 1 ). Was Dietrich von Limburg durch den Vertrag mit Cleve erreichthatte, zerrann ihm bald unter den Händen; durch eigne Schuld und durch die seinesSohnes Dietrich verdarb er es mit seinem Lehnsherrn Herzog Adolf. An der Fehdedes Herrn von Gehmen gegen die von Vitinckhoeve und andere Untersassen desclevischen Herzogs hatte er sich beteiligt, während Dietrich der Jüngere mit Friedrichvon Rechtern Händel suchte und dessen Helfer auf Broich gefangen setzte. Nacheiner Angabe des clevischen Chronisten hätte sich Erzbischof Dietrich von Kölnfür Rechtern bei Cleve verwendet, sodaß Herzog Adolf sich veranlaßt sah, vor Broichzu marschieren und dessen Übergabe zu erzwingen 2 ). Eine Einmischung vonbergischer Seite, über die Gerüchte zu Ohren des Herzogs Adolf gekommen waren,verbat sich dieser durch ein Schreiben an die bergischen Landstände aufs deutlichste 3 ).

Unsere Quellen gewähren uns nur ein sehr ungenaues Bild von allen diesenVorgängen. Diese sind für uns ja aber auch unwichtiger als die Bestimmungen, dieals Folge der vorhergegangenen Verwicklung durch den Sühne-Vertrag vom 6. Juni 1439festgesetzt wurden 4 ). Hiermit hatte Dietrichs Rolle in Broich ausgespielt. Sein SohnHeinrich, dem nun durch die Schiedsfreunde Graf Gerhard von der Mark, GrafFriedrich von Moers, Goswin Stecke und Weßel vam Loe das Schloß übergebenwurde, mußte sich eidlich verpflichten, den Vater nicht auf das Schloß kommen zulassen. Die Fehde des Jüngern Dietrich mit Rechtern wurde geschlichtet, und erwie sein Vater mußten Urfehde schwören, das Geschehene nicht zu rächen. Heinrich

!) Broich Or. No. 55.

2 ) Chronik Gerts van der Schüren. Ed. Troß S. 202. Ed. Schölten S. 109. Nur verlegtder Chronist die Sache fälschlich ins Jahr 1438. Die Annahme Hansen's (Westfalen u. RheinlandI. Einl. S. 44), daß der clevische Herzog und Erzbischof Dietrich im J. 1439 zusammen Broich belagerthätten, beruht auf einer Verwechslung, veranlaßt durch die Note zu Städtechroniken XII S. 185.

3 ) 1439, Juni 4. — Über den Verkehr der Landstände mit auswärtigen Fürsten vgl. v. Below,Landtagsakten I S. 96.

<") La com biet U. B. IV. No. 232.

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