Speidorf zwölf und zu Mülheim drei Güter. Unter letzteren befand sich derCamper Hof, ein Freigut mit Asylrecht. Als „Hausleute" wurden ferner bezeichnetdie Inhaber der zahlreichen Pachtgüter in Mülheim (8), Dümpten (1), Winkhausen (1),Fulerum(l), Eppinghoven (1), Styrum (2): zusammen vierzehn. An Lehngütern besaßes acht (darunter den Hof op dem Kolke), an Kurmutsgütern vier. Zu dem Neuenhofgehörten zwölf, zu dem Hofesgericht an der Kapelle einundzwanzig Hofesgüter.Hierzu kommen noch sieben Mühlen und ein umfangreicher Zehntbesitz.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß Cleve drei Lehngüter im Kirch-spiel Mülheim besaß. Um endlich einen Überblick über die Besiedelung in deneinzelnen Honnschaften zu gewinnen, führen wir aus dem Ausgang des 16. Jahr-hunderts, zu einer Zeit also, als die Herren von Broich als Herren des Kirchspielsbetrachtet wurden, die Zahl der Höfe an, die dem Haus Broich mit Hand- undSpanndiensten verpflichtet waren:
In
der Honnschaft Alstaden 12 Höfe
Übertrag
84 Höfe
n
11
ii
Styrum 15
ii
In
der Honnschaft Heißen
6 „
ii
n
n
Dümpten 16
ii
n
n
ii
Fulerum
7 „
11
n
ii
Mellinghoven 9
ii
n
11
n
Haarzopf
8 „
n
11
n
Eppinghoven 10
n
ii
11
n
Menden
17 „
n
ii
n
Mülheim 5
ii
ii
•n
ii
Saarn
30 „
ii
ii
n
Holthausen 10
n
ii
n
ii
Oberbroich
7 „
ii
n
n
Winkhausen 7
n
ii
ii
n
Speidorf
15 „
zu übertragen 84 Höfe zusammen 174 Höfe
Diesen gegenüber stehen zwölf Freigüter des Hauses Styrum und sieben andre,die dem Haus Broich keine Dienste schuldig sind. Außerdem werden noch sechsHöfe genannt, die im Kriegsfall Spanndienste leisten müssen. Zusammen ergäbe daseine Zahl von nahezu 200 Höfen im Kirchspiel am Ausgang des 16. Jahrhunderts.
Das Patronat der Kirche St. Petri zu Mülheim.
Wenn wir oben die Vermutung aussprachen, daß die jetzige reformierte Kirche,also die alte Pfarrkirche Mülheims, deren gewaltiger Turm noch als ein Zeuge heftigerKämpfe und Fehden düsterer Vergangenheit in das Licht der Gegenwart hineinragt,auf dem Grunde einer Hofeskapelle erbaut sei, so müssen wir hier freilich daranerinnern, daß uns der Uebergang von der zur Burg der Herren von Mülheim ge-hörigen Kapelle zur Pfarrkirche eines großen Kirchspiels durch keine Aufzeichnungerhellt wird. Mit dem Auftreten eines P leb ans Ludwig von Mülheim im Jahre 1250(als Zeuge in der schon erwähnten Urkunde Burkhards von Broich l ) ist für uns dieTatsache feststehend, daß eine größere Kirche damals hier vorhanden war.
Durch einige Urkunden aus dem Ende des dreizehnten Jahrhunderts erfahrenwir schon Näheres über die Art der Verwaltung dieser Kirche. Einen jüngerenSohn Burkhards, Walram haben wir bereits als Rektor oder Pastor der MülheimerKirche in den Jahren 1297 bis 1314 kennen gelernt 2 ). In derselben Zeit (1298) läßtsich daneben ein Pleban Heinrich nachweisen 3 ). Das berechtigt uns zu der Annahme,
!) Herrn es, a. a. O. Nr. 85. Er kommt noch 1269 vor (Düßern No. 27).1
2 ) Joerres, Urk. Buch des Gereonstifts Nr. 206 und 243. Walram tritt schon 1285 alsKleriker auf. (Hennes a. a. O. S. 254 f. Nr. 287.)
3) Broich Urk. Nr. 4.
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