weniger als fünfundzwanzig größere Güter und Zehnten im Kirchspiel an sichgebracht, so in Mülheim selbst den Teinerhof, an den noch jetzt die Teinerstraßeerinnert.
Im Hinblick auf die nahe Nachbarschaft des Stifts Essen war dessenGüterbesitz im Mülheimschen verhältnismäßig gering. Wir zählen bis 1500 nurvier Höfe und Güter, so das Gut Teidinchrode (1361), die beiden Lehngüter zuOverscheide (1467) und Steynhuse (1462) und den zum Viehhof gehörigen Bollenberghof.
Rellinghausen erwarb nur den Rotten in der Munte (1382), AbteiHamborn das Kolkmansgut (1441) und Anteil an der Speldorfer Mark. Gerres-h e i m war mit zwei Lehngütern in Saarn, dem Gut zu Scherffen und Vyrynckelsgutim Kirchspiel vertreten, Düßern mit dem Hof Monning 1 ) („in der Munoye, Munhoge").
Von geistlichen Korporationen ist schließlich noch Kloster Sterkrade zu nennen,das im 14. Jahrhundert das Gut ten Grave in Styrum (1302), das Gut auf demHeiwege (1383) und das in den Hof zu Lathem (Kirchspiel Meiderich) gehörige GutMelinchove (1397) ankauft und nach 1500 die Güter Voenscheit in Holthausen,ter Baven in Eppinghoven und den Hof zu Bottenbroich.
Neben diesem schon recht umfangreichen Besitz der geistlichen Korporationenkommen nun die Güter des Limburgschen Hauses, der Herren von Broich, derGrafen von Cleve und zahlreicher kleinerer Grundbesitzer in Betracht.
Es würde uns zu weit führen, wollten wir hier eine ausführliche Güter-geschichte der beiden am stärksten hier begüterten Herrschaften Broich und Styrumgeben. Hierzu würde auch das urkundliche Material für die ältere Zeit garnichtausreichen. Denn z. B. über das, was die Herren von Broich vor ihrem Aussterbenbesaßen, haben wir nur ganz dürftige Nachrichten. Inwieweit also der spätereBroicher Güterbestand ursprünglich Broicher Besitz oder den der gräflichen LimburgerLinie repräsentiert, ist garnicht zu entscheiden. Wir werden uns hier also damitbegnügen müssen, aus späterer Zeit einen Überblick zu geben.
Nach einer Übersicht vom Jahre 1616 2 ) besaß damals die Herrschaft Styrumin Mülheim selbst elf Höfe, fünf Hofesgüter und drei Mühlen, in Mülheimer Broichdrei Güter, in Styrum dreizehn Höfe und ein Hofesgut, in Holthausen zwei Höfeund drei Hofesgüter, in Dümpten ein Hofesgut, in Eppinghoven zwei, Heißen vier,Fulerum zwei Güter und in Speidorf ein Gut und den Anteil an der Markgerechtigkeit.Im ganzen besaß Styrum damals also im Kirchspiel 38 Höfe, 10 Hofesgüter und3 Mühlen. Den Umfang der Zehntberechtigung lassen wir hierbei noch ganzaußer Betracht.
Weit belangreicher ist im 17. Jahrhundert der Besitz des Hauses Broich.Erb- und eigentümlich besaß es in der Honnschaft Saarn sieben, in der Honnschaft
x ) Dieser jetzt als Ausflugsort beliebte Hof lag ganz an der Grenze, zum Teil schon aufDuisburger Gebiet. 1275 Mai 1. kaufte Düßern Güter in Munhoge. 1286 Sept. 7. verkaufteWilhelm von Hagen vor dem Gericht Duisburg die Güter Monoge beim Duisburger Wald an dasKloster. 1292 Jan. 5. erläßt Graf Adolf von Berg dem Kloster den schmalen Zehnt von diesemHof, behält sich aber den Rottzehnt vor. 1366 Juni 1. verkauft Hermann Kremer vor dem GerichtMülheim ein Stück Ackerland, „ingenre clever Moynoye" dem Kloster Düßern. — Auf clevischerSeite befand sich Gelremansgut, genannt „die Monoyge" bei Duisburg, ein Clevisches Lehngut. —Vgl. auch Averdunk S. 127.
2 ) Sie kann auch nicht vollständig sein, da ebenfalls im 17. Jahrhundert in den Altenhofallein 12 Kurmutsgüter gehörten und in den Freidhof zu Styrum doch gewiß auch noch eine ganzeAnzahl Hofesgüter.
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