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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
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und mit Rücksicht darauf, daß er vor seinem Tode noch Reue bezeigt habe, wurde ihmzwei Jahre nach seinem Tode, am 30. März 1369, noch die kirchliche Absolution zuteil.

Nur aus den noch unfertigen politischen Zuständen heraus kann man esverstehen, wenn Burkhards Sohn und Nachfolger Dietrich III., der bergischeAmtmann, am 22. Januar 1368 dem Herzog Eduard von Geldern sein Haus Broichmit den Vorburgen als Lehn und Offenhaus aufträgt 1 ), damit also geldrischer Vasallwird. Wir sind über die Vorgeschichte dieser Lehnsauftragung nicht näher unter-richtet. Da wir aber wissen, daß damals Differenzen zwischen dem geldrischenHerzog und dem Grafen Adolf von Cleve bestanden 2 ), so können wir begreifen,daß es für den ersteren aus militärischen Gründen wertvoll sein mußte, in der Näheder Clevischen Grenze auf dem rechten Rheinufer eine Basis zur etwaigen Offensivezu haben. Offenbar verstieß das durchaus nicht gegen die Pflichten Dietrichs dembergischen Grafen gegenüber. Denn schon ein Jahr später, am 15. Januar 1369,gelobten Dietrich und seine Gemahlin Katharina von Steinfurt dem Grafen Wilhelmvon Berg Beistand mit ihrem Schloß Broich gegen Jeden, ausgenommen den Herzogvon Geldern. Zugleich stellten sie dem Grafen auch das Öffnungsrecht in Aussicht,sobald der Herzog darauf verzichten würde 8 ).

Dietrich von Broich starb noch, ehe diese Ansprüche des Herzogs erloschen(etwa 1372). Seine Gemahlin hatte ihm nur Töchter geschenkt. Die älteste,Lukardis, wurde 1371 die Gemahlin des Grafen Dietrich V. von Limburg, diezweite, Irmgard, war vermählt mit Friedrich von Wevelinghoven. Eine andere, Lysa,trat ins Essener Kapitel ein und bekleidete hier das Amt einer Thesauraria (Küsterin)in den Jahren 1370 bis 1412.

Dietrich III. hatte seine Schwiegersöhne, die Erben seiner Güter, mit gutemBedacht gewählt. Die linksrheinischen Besitzungen (bei Neuß)übernahm nach längerem,durch den bergischen Herzog Wilhelm am 10. September 1382 geschlichteten Erb-streit der dort begüterte Herr von Wevelinghoven, während die Herrschaft Broichund deren Güter im Kirch-spiel Mülheim, zu Wülf-rath und anderwärts imbergischen Land demschon längst hier hei-mischen Limburger Hausezufielen, das ja schonseit der Mitte des 13. Jahr-hunderts durch Verwandt-schaft mit dem Geschlechtder Herren von Broichverbunden war.

Dank der für mittel-alterliche Verhältnisse ganzvortrefflichen Lage des

Schlosses Broich, das Schloß Broich.

erst nach Einführung der Feuerwaffen sich doch nicht als uneinnehmbar erwies, hattendie Herren von Broich ihre Selbständigkeit gegenüber den Grafen von Berg und den

*) Nijhoff, Gedenkwaardigheden uit de Geschiedenis van Gelderland II No. 156.

2 ) Ebenda No. 164.

3 ) Lacomblet U. B. III. Nr. 685.

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